“Man soll sein Schiff nicht an einen einzigen Anker
und sein Glück nicht an eine einzige Hoffnung binden.“ – Epiktet


Self-Life- statt Work-Life-Balance: Warum?

Eigene Erfahrung wie jahrelange Coachingpraxis haben mich zur überzeugten Verfechterin meines Self-Life-Balance-Ansatzes gemacht. Ich habe ein entsprechendes Konzept entwickelt, das Menschen schnell, einfach, nachhaltig hilft,

  • sich generell leichter zu orientieren: Wo stehe ich? Wo kann/soll es hingehen?
  • sich schneller zu stabilisieren: DAS bringt mich wieder ins Gleichgewicht!
  • sich selbstbewusster zu positionieren: Das bin und will ich. Das nicht!
  • letztlich auch anders zu kommunizieren: mit sich, mit anderen

Kernimpulse verdanke ich Vordenkern wie u.a. diesen: Ich teile

a) die Grundannahme des Kommunikationspsychologen Schultz von Thun, dass JEDE Einseitigkeit letztlich zu einem Ungleichgewicht, zu einem ZU viel oder ZU wenig führen muss – und damit ins Extrem! Und wer im Extrem landet, steckt fest. Ist und bleibt ‚brandgefährlich‘. Immer. Es gibt keine Rettung, Er-Lösung aus der Extremistenfalle ohne den Balance-Ansatz. Weder innerpsychisch, noch in der Wirtschaft noch gesellschaftspolitisch. Der Denk-Fehler besteht im bloßen Entweder-Oder-Denken – wobei ODER immer negativ belegt ist. Und was negativ belegt ist, da wollen wir ums Verrecken nicht hin. Es geht aber darum ein Sowohl-als-auch-Denken einzuüben: Wachstum UND Regenerationszeiten. Bewahren UND Verändern. Fühlen UND Denken. Handeln UND mal Abwarten können.

b) die Überzeugung des Lebenskunst Philosophen Wilhelm Schmid, dem der Ansatz des Work-Life-Balance nicht weit genug greift. Er plädiert für eine „Arbeit am Leben“ , die auf mehreren Säulen ruht. Denn was ist, wenn mensch krank ist, wenn mensch alt ist, wenn Trennung/Tod/Leid – also generelle Lebensthemen – die Work-Life-Balance aushebeln? Das ist genau meine Erfahrung: Was nutzte dem Studenten ein Business-Coaching, wenn niemand berücksichtigte, dass seine Freundin woanders hinziehen will, seine Angst vorm Verlassenwerden steigt und Entscheidungsangst ihn lähmt? Was nutzt dem Geschäftsführer Work-Life-Balance, wenn sein Liebesleben aus dem Ruder zu laufen droht – und auf seine Working-Leistung durchschlägt? Auch erlebt: Was nutzt aller (berufliche) Erfolg, wenn er innerpsychisch die Verlustängste triggert?

  • SELF-Balance zielt auf die innere, innerpsychische Balance –  ohne die keine wirkliche Selbstsicherheit und Selbstvertrauen zu haben sind.
  • LIFE-Balance meint, sein Glück, siehe Epiktet, nicht an einen Anker, an eine Hoffnung, an ein Ziel zu binden, sondern sich und sein Glück auf breitere Säulen zu stellen.
  • Weil beides abgedeckt wird, nenne ich es SELF-LIFE-Balance. Und dann kann jedermann lernen! Auch Sie. In meinen Coachings, Kursen und vieles dazu finden Sie auch hier im Blog.

Auf einen Blick: Das unterscheidet Self-Life-Balance von Work-Life-Balance

 Work-Life-Balance meint im allgemeinen:
die Vereinbarkeit von Berufs-, Privat- und Familienleben zu fördern und zu ermöglichen. Dies sowohl durch jeden Einzelnen als auch durch betriebliche und/oder politische Maßnahmen, die dazu beitragen, ein individuelles Gleichgewicht zu erreichen. (z.B. Betriebliche Kindergärten, flexible Arbeitszeiten, Väterzeiten etc.). Es geht darum, Situationen/Verhältnisse konkret zu verändern, zu erleichtern.

Self- Life-Balance meint:
Den einzelnen Menschen: was kann er oder sie tun, sein/ihr Leben bewusst und aktiv zu gestalten  –  unter Einbeziehung all seiner/ihrer  Ressourcen, Talente, Fähigkeiten, Grenzen und Möglichkeiten, um so zu einem Leben zu kommen, das als bejahenswert und schön, spannend und lebendig empfunden wird. Es geht um Lebenseinstellungen, innere Haltungen, Werte, die ich mir erarbeite – wenn nötig korrigiere – und aus denen heraus ich mein Leben lebe und gestalte (was ein lebenslanger Prozess ist mit philosophischer Dimension).

 

4 Fragen zur Balance  

Nur zur Praxis: Wer je einen Burnout hatte – ich hatte insgesamt drei – weiß, wie es sich anfühlt, ‚durchzubrennen‘, weil die Spannung ZU hoch war. Wer je in einem Job festsaß, der ihn total unterforderte, weiß, was ZU wenig an Spannung mit einem macht. Für mich ist Lebenskunst Spannungskunst = das rechte Maß an Spannung und Entspannung zu halten wissen. Und die zweite große Säule der Lebenskunst ist für mich Differenzierungskompetenz, sprich, die Fähigkeit unterscheiden zu können: Wann ist was dran? Aushalten oder Aufhören. Aber das ist wie gesagt ein weiteres großes Thema im Lebenskunst-Coaching.

Um die Bedeutung von Balance näher zu spüren, lade ich Sie ein, die folgenden 4 Fragen zur Balance zu beantworten:

  1. Woran erkennen Sie, dass Sie in Balance sind? (Wem das zu schwer ist: Woran erkennen Sie, dass andere: Partner, Kollege, Chef… in Balance ist?)
  2. Was ist das Schöne daran, in Balance zu sein?
  3. Woran erkennen Sie, dass Sie bzw. andere nicht in Balance sind?
  4. Was müssen Sie tun, um garantiert aus der Balance zu geraten?

Zu Frage 4. Auf den ersten Blick mag diese Frage etwas verwirren. Es ist eine sogenannte Pardoxe Intervention, oder auch schlicht die Kopfstandmethode. Das Schöne daran: Sie funktioniert häufig zuverlässiger, als sich großartig formulierte Ziele zu setzen. Sie macht uns häufig viel FRÜHER klar, dass wir auf dem Weg ins Verderben: der Überspannung, der Unausgeglichenheit etc. sind. Sie ist also eine Art FRÜHWARN-System, das uns daran erinnert: HALT, wenn du das oder das tust – oder lässt – dann wird das Ergebnis so aussehen! Also nicht: Ich müsste eigentlich zum Sport, hm, und bügeln müsste ich auch noch…, sondern: Was muss ich tun oder lassen, damit ich heute Abend granatensch… drauf bin? Dick und faul auf dem Sofa liegen bleiben… den Bügelberg Wäsche schööön im Blick. Versuchen Sie es einfach.

Antworten können Sie gerne auch hier im Blog.  Sie können diese Fragen auch gerne an Freunde, Verwandte, Interessierte weiterleiten und/oder sich einfach umhören und von anderen lernen: Wie geht das: In guter Selbst-Balance zu bleiben? 

Last not least: Diese Fragen sind dazu gedacht, Ihnen den Sinn und den Wert und die Wirkmacht von Balance (und Bewusstheit darüber) aufzuzeigen. Schneller, und in diesem Fall tatsächlich spezieller und individueller, geht’s im Einzelcoaching bzw. Lebenskunst-Trainings. (siehe auch unter Seminare/Specials). Ein schöner Spruch zum Thema zum Abschluss, den ich irgendwo, irgendwann mal notiert habe:

„Next to love, balance is the most important thing.“ 

 

P.S. Ich habe den alten Text, zu dem es auch die Kommentare gab, reduziert, konzentriert und heute, 14.11.2018 neu formuliert.

Kontakt

Telefon: 05 21 – 78 40 37 9
E-Mail: coaching (@) maria-ast.de

Adresse

Maria Anna Ast
Rosenheide 21
33611 Bielefeld

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