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(Schreib)Blockaden und Motivationstiefs überwinden: 2 Frage-Tipps

erstellt am: 11. August 2009 / von: Maria Ast / Kategorie(n): Allgemein

Liebe Leserin, lieber Leser,

es macht einen Unterschied, ob ich Sie (oder Sie sich oder die Partnerin, den Angestellten etc.) frage:
– Was ist Ihr Problem? Dann berichtet das Gegenüber meistens von seinem/ihrem Problem; oder ich sage:
– Was ist Ihr größtes Hindernis? Dann wird er oder sie von den Hindernissen/Blockaden berichten; den äußeren wie den inneren, wobei innere häufig meint: einengende Glaubenssätze, festzementierte Überzeugungen, unreflektiert übernommene Kindheitsmuster etc. Oder ich frage:
– Wäre denn das Schönste, was passieren könnte? Dann lenke ich das Denken Richtung Lösung und weniger Richtung Problem/Hindernis.

Wer fragt, führt! lautet eine Aussage im Coaching. Coaching besteht u.a. darin, die ‚richtigen‘ Fragen zu stellen. Ziel allen Coachings ist es, ein gutes Selbst-Management und Eigenmächtigkeit zu fördern.

Nachfolgend zwei wirksame Fragen, die Sie sich immer wieder selbst stellen können und mit denen sie Sie sozusagen selbst in Führung bringen, wenn es darum geht, Ihre Blockaden und Motivationstalsohlen anzugehen und zu überwinden.

1. Frage-Tipp

Eine schöne Frage, die immer was in Bewegung bringt, wenn es irgendwo stockt und die ich mir letztens angesichts meiner TOTAL-SCHREIBBLOCKADE (mehr zu diesem belämmerten Ausnahmezustand in meinem Lebenskunstblog https://maria-ast.de/?p=230) selber mal wieder gestellt habe, lautet:

Was würde ich tun, wenn ich wüsste, dass nichts schief gehen kann?

Am Beispiel und bezogen auf meine Schreibblockade lauteten die Antworten u.a.:
– einfach drauf los schreiben
– dieses ewige Marketingkopfsieb „du musst so schreiben, dass die LeserInnen einen sofortigen Nutzen erkennen“ einfach ignorieren
– Das schreiben, wozu ich Lust habe
– meinem eigenen Stil ver-trauen
– zuversichtlich sein, dass es tatsächlich Menschen gibt, die genau DAS lesen wollen, was und wie ich = Maria schreibe.
– grinsend registrieren, dass ich tatsächlich nicht tot umfallen würde, wenn niemand, niemand, niemand etwas von mir lesen wollen würde.
– Es wäre mir wurscht, ob ich brillant rüberkomme oder nicht, da mir eigentlich klar ist, dass ich eh nie alle erreichen kann.

Worum geht’s dabei?
Es geht darum, den momentan schmalen Denkrahmen oder Denkraum auszuweiiiiiiiiiiiiiiiiten, da man/frau ja meistens begrenzt darin rumkreist wie der Hamster im berühmten Rad.
Es geht darum, überzogene Ängste, Befürchtungen zu erkennen, zu relativieren und die Blockadenmauern zumindest schon mal ansatzweise zu durchlöchern. Häufig bröckeln die Mauern dann ganz von selbst.

(All das meint nicht, dass ich z.B. blauäugig und naiv-gläubig alles Geschriebene in die Welt oder in meinem Fall ins Worldwideweb entlasse, ohne vorher zu checken: will ich wirklich genau DAS der geneigten, aber auch der ungeneigten Öffentlichkeit von mir Preis geben?)

2. Frage-Tipp
Eine zweite Frage (und mein persönliches Lieblingsmodell!), um Blockaden aufzuweichen, anzugehen, aufzulösen lautet:

Was muss ich tun, damit ich garantiert in diesem behämmerten Zustand bleibe?

Also, ich demonstriere das am besten mal an einem Beispiel, das jedem geläufig sein dürfte:

Es gibt ja solche Tage, wo Arbeit und Pflichten zuhauf nach einem schreien, man aber halbgelähmt von was auch immer dasitzt und nix gebacken kriegt. Man kann sich zu gar nichts aufraffen… und die Laune sinkt darob bleiartig wie ein Echolot in den Stimmungskeller. Dann noch 2 Prisen schlechtes Gewissen oben drauf, voilà, der Tag verspricht genauso bescheiden zu enden, wie er angefangen hat.

Auf dieses Thema angewandt, würde die Frage in etwa lauten:
Was muss ich tun, damit ich NICHT in die Pötte komme (und heute Abend garantiert gra-na-ten-schlecht drauf bin)?

Meine – websitetauglichen – Antworten gehen wie folgt:
-gaaaaaaaanz viel Zeit im WWW verbringen
-Diesen Newsletter NICHT geschrieben haben
-Mich über einen blöden Zeitgenossen ärgern, aber zeitintensiv und so richtig….
-Den Papierstapel NICHT um mindestens 10 Blätter reduzieren
-NICHTS Gesundes eingekauft, dafür zwischendurch viel ungesundes Zeug in mich hineingestopft haben.
-Die BRIGITTE lesen, die ich eigentlich schon seit 17 Jahren abbestellen wollte…
-Etc. etc. etc.

Andere Beispiele zu anderen geläufigen Themen gefällig?
Sie wollen abnehmen oder fitter werden oder den Job wechseln oder suchen einen Partner/eine Partnerin, stecken aber grad in der Null-Bock- oder Resignations-Phase, da lauten die Kopfstandfragen dann eben:

Was muss ich tun, um garantiert fett zu bleiben?
Was muss ich tun, um garantiert ein Couchpotato zu bleiben?
Was muss ich tun, um in 10 Jahren immer noch in dieser Stelle festzukleben?
Was muss ich tun, um auch in 3 Ewigkeiten noch als einsamer, unverstandener Wolf – wahlweise: auf den Prinzen harrende Prinzessin – zu enden?

TUN heißt in diesem Fall auch: Was muss ich weiterhin denken oder glauben (über mich oder die böse, böse Welt), um den Status Quo zu erhalten oder gar zu verschlechtern?

Worum geht’s?
Statt sich über die Zielschiene: „Ach-was-wird-das-schön-sein-wenn-ich-mein-Ziel-erreicht-habe zu motivieren, zielt die Kopfstandmethode darauf, rauszufinden, was ich tun/denken muss, um das Ziel garantiert NICHT zu erreichen. Sie ist so eine Art rot-gelbe Karte, die einem signalisiert, dass man/frau dabei ist, sich selbst ein Bein zu stellen.

Mich motiviert das mitunter mehr und eher, wieder ins Handeln zu kommen, als alle wundersamen geschliffenen Zielformulierungen und traumhaft vorgestellten Zielbilder.

ANGEMERKT: Dies sind nur ZWEI Möglichkeiten, wie man/frau Blockaden angehen kann. Es gibt derer noch mehr. Eine weitere finden Sie z.B. in meinem Lebenskunst-Blog unter Wort-Reframing https://maria-ast.de/?p=188.

Und: Ganz wichtig und nicht vergessen!!
Häufig haben Blockaden ja auch durchaus ihre Berechtigung und ihren Sinn, schützen sie uns doch zuverlässig davor, zu viel oder zu früh zu handeln – auch oder gerade, wenn unser Kopf meint, sie seien grad ekelig lästig.

Dann heißt es, tiefer hinzuschauen, was die Ursache dafür sein könnte und welche Botschaft sie uns vermitteln wollen. Da hilft manchmal schon ein Urlaub und/oder ein gutes (Ratgeber)Buch oder das offene Gespräch mit guten Freunden. Wenn das alles nix bringt und Sie anfangen zu leiden oder gar krank zu werden darüber, gilt es, sich professionelle Hilfe zu leisten: sei’s Coaching – was eher ressourcen- und handlungsorientiert ist – oder therapeutische Hilfe – die eher Richtung Analyse und Erkenntnis gehen – um sich oder das Leben wieder in Fluss zu bringen.




2 Kommentare zum Beitrag

  1. Avatar Volker Remy sagt:

    Liebe Frau Ast,

    diesen Post habe ich mit großem Vergnügen gelesen. Er wirkt sofort!

    Beste Grüße
    Volker Remy

  2. mary mary sagt:

    Lieber Herr Remy,
    es freut mich, dass Ihnen mein Artikel sowohl Vergnüngen bereitet als auch sofortige Wirkung erzielt hat.

    Ich habe mir allerdings 3 kleine Ewigkeiten das Gehirn zermartert, woher ich bloß Ihren Namen kenne und während ich so eidetisch durch die Gegend dabei blickte, machte es plötzlich blinkblink, denn in meinem Buchregal stand die Lösung: Sie sind der, der mit den Fischen spricht, um Aufträge zu angeln. Wow, dachte ich, Lob aus so kompetentem Munde. Gebe zu, schmeichelte mir dann doch noch mal zusätzlich – und macht Mut, meinem Stil treu zu bleiben.
    Danke schön.
    Maria Ast

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