Billiger-geht-immer-Mentalität oder Was dagegen spricht

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Während ich letztens in einem Besprechungszimmer auf den Zahnarzt wartete – er hatte mir grad ein teures Implantat gesetzt – las ich ein Zitat, das dort an der Wand klebte.

Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.

Es sprach mir Selbständigen aus der Seele. Stammen tut es vom englischen Schriftsteller, Maler, Kunsthistoriker und Sozialphilosophen John Ruskin. Sein ‚Gesetz der Wirtschaft‘

beschreibt das Wesen von Wirtschaft, wie sie funktioniert – oder funktionieren könnte oder sollte. Das ihm zugeschriebene Zitat in voller Länge.

Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.

John Ruskin (1819-1900)

Allen Schnäppchenjägern, Billanbietern, Billigbillig-KäufernInnen, allen Geiz-ist-geil-„Denkern“, allen, die dazu beitragen, dass viele Selbständige, Einzelkämpfer, Kreative, QuerdenkerInnen, Ideenreiche, Qualitätsanbieter sich unter Wert verkaufen (müssen oder meinen zu müssen), möchte ich dieses Zitat als Mahnung, Warnung, Stopp-Schild ins (Hirn)Stammbuch meißeln.

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