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Stillstand oder Von der Schwierigkeit, mich für EINEN Schreibstil zu entscheiden

erstellt am: 6. August 2014 / von: Maria Ast / Kategorie(n): Allgemein

„Ich schreibe, also bin ich…“

Ja, ich lebe noch! Und: Ich schreib jetzt mal einfach munter drauf los, wie’s so um mich steht, weil, sonst wird dat nix in nächster Zeit, (wenn ich mir noch auferlege, höchst ziel-lösungs-ressourcen-gehaltevolle Artikel zustande bringen zu müssen/zu wollen…).

So, in  kurz:  Ich mache den gefühlt zehnten Anlauf, endlich ein Buch – MEIN Buch – zu schreiben, in dem  die – vorläufige – Essenz meiner Lebenserfahrung(en) und Coachingpraxis endlich eine ebenso handliche wie greifbare Form finden soll.

Wobei wir auch schon sofort beim Problem wären: Die Inhalte stehn, das Gerüst/Aufbau steht, eigentlich steht alles – bis auf den Schreibstil: Ich habe – ähnlich wie bei Blogartikeln – bestimmt 20 Versionen, die ich gleichgut finde – und jedes Mal wieder ist es eine Überwindung, mich gegen die anderen 19 zu stemmen – und manche davon finde ich Monate später 1000 x besser, als den gewählten! – und diesen EINEN zu wählen, mich für DIESE Version zu entscheiden und die anderen in die Tonne zu treten oder in irgendeiner Datei  verstauben zu lassen. Seufz!

Warum ist das so schwer? Sich gegen 19 Vartianten entscheiden?!

Weil ich – wie viele Mensxchen –  gerne mit ihrem Wissen, ihrer angesammelten Erfahrungsweisheit, ihren Taten glänzen und Eindruck hinterlassen möchten – um an Wertschätzung, Liebe, Be-Achtung, Geld – zumindest Resonanz zu kommen, denn ohne Resonanz – ob positiv oder kritisch – haben wir das Gefühl in den Orbit zu rufen: “ Haaaaloooooo… Somebody out there…?

Schreiben ist ein einsames Geschäft, fürwahr. Kurt Marti hat mal einen schönen Satz dazu geschrieben:

Ich schreibe, also bin ich. Ich werde gelesen, also bin ich nicht allein!“

Der hat mir gefallen … und grad hab ich auch meinen Blogtext dazu wiedergefunden:  Ich schreibe, also bin ich oder Warum twittern/bloggen/schreiben Sie?

Und irgendwie nistet – jedenfalls bei mir- trotz allen besseren Wissens (ha! Retten wir den Genetiv!) die irrige und unsinnige Annahme dahinter, man bzw. frau könnte mit mit diesem oder jenem Text ALLE gewinnen.

Heute habe ich mir – in düsterster Stimmung – folgende Rechnung aufgemacht: Gesetzt den Fall, es gäbe 1000 Leserinnen – und davon blieben 100 am ach-so-brillanten-Ast-Text, Version A, kleben, dann gäbe es 900, die irgendwie was anderes suchen und bevorzugen.

Wenn ich nun Text B = andere Variante zum selben Thema reinsetzen würde: Wahrscheinlich selbes (oder heißt es selbiges? oder gar gleiches?) Ergebnis: 100 blieben hängen, die anderen 900 wanderten ab. NUR das es dieses Mal andere Leser“typen“ wären, die sich angezogen fühlten. So what? Im Endergebnis wären es dann doch wieder „nur“ 100…

Welcher Schreibstil??, das ist hier die Frage!

Stellt sich einem/mir/Ihnen doch gleich die Frage: Welche Leserschaft will ich denn mit meinem Texten erreichen? Und: HABE ich  überhaupt einen Einfluss darauf? Vielleicht erinnert sich ein Leser, der heute mit meinem Text oder Schreibstil nix anfangen kann, genau morgen an mich, weil er oder sie in einer anderen Gemütsverfassung ist?

Mein Schreibstil schwankt eben auch erheblich: von düster-melancholisch über bitterböseironisch, über gefühlsgeladene Poesie, kämpferischem Widerspruchsgeist, heiter-gelassener Dankbarkeit… je nach Stimmung, in der ich schreibe. Ziel vieler Schreibender ist ja, irgendwann mal ihre „eigene Stimme“ zu finden. Dem geht bei vielen eine lange Zeit des Ausprobierens und Suchens und wieder Lesens und Reduzierens und Probierens einher, bis es halt – hoffentlich! – irgendwann passt und der Autor/die Autorin mit „eigener Stimme“ = ihrem eigenen Schreibstil „spricht“.

Haben Sie eine Idee/Vorliebe/Erfahrung  zu „Welcher Schreibstil passt zu mir“?  

Tja, und nun beim Buch wird das grad zu einem Dauerbremsbumerang mit enormer „Rückschlagkraft“: WELCHEN Scheibstil will ich für mein Buch wählen? Sachlich-fachlich oder eher lebendiger mit viel Eigenerlebtem? Oder kurz und knapp und feddich is? Was wäre den „Top Tools für LebenskünstlerInnen“ angemessen? Grad herrscht mal wieder Suchen, Stillstand, Stopp  in Hirn und Hand…  Das nur mal so grad und zwischendurch.

Hoffe, Sie, liebe Leserinnen und Leser, genießen den Sommer in vollen Zügen! Und ja, meine kleine „Rede“ zum 60igsten Geburtstag zum Thema:  „Freundschaft und warum es gut ist zu wissen, dass es DREI Arten gibt“, stelle ich in Kürze hier in den Blog.




Ein Kommentar zum Beitrag

  1. Maria Ast Maria Ast sagt:

    Die besten ‚Tipps‘, die ich erhielt:

    „Version ONE is better than version NONE.“
    „Lies doch noch mal deine Blogartikel. Du hast doch schon deinen Stil.“
    „Erst in der Langschrift kommt es darauf an, an JEDEM Wort, JEDEM Satz rumzufeilen. Ist jetzt vertane Zeit.“
    „Es wird doch ein Buch über Eigensinn. Dann wag ihn doch.“

    Merci :-)!!!

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