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Schnelltipp Nr. 1: So kommen Sie garantiert granatenschlecht drauf. Vergleichen Sie sich!

erstellt am: 18. November 2014 / von: Maria Ast / Kategorie(n): Selbstmanagement

Ich hatte vor Jahren in meinem „Entschieden leichter leben“-Blog eine Kolumne: Vorsicht Satire: Es grüßt Ihr Anti-Erfolgscoach angefangen, die lebhaften Anklang fand. Nun habe ich mich auf die Suche begeben schon mal den Erstartikel hierher gerettet und wiederbelebt. Am 08. Juni 2011 zuerst erschienen, hat er m.E. wenig an Aktualität eingebüßt, wenn es um den Alleinstellungsmerkmalswahn und das Ende allen Glücks geht…

Sie können den Schnelltipp zum Granatenschlecht-Draufkommen auch anhören.  Er dauert so lange wie eine Poetry-Slam-Vortrag – 6 Minuten – denn dafür war er auch mal gedacht gewesen.

Schnelltipp 1: So kommen Sie garantiert granatenschlecht drauf.- Vergleichen Sie sich!

Montagvormittag in einer Stadt, die  – wie wir alle mittlerweile wissen – es laut Internet gar nicht gibt:  Bielefeld.  Hier irre ich, Coach für Persööönlichkeitsentwicklung,  wie so ziemlich jeden Montagmorgen ruhelos umher. Was heißt irren? Eigentlich rudere ich mehr: zwischen Wochenendland und dem Alltagskontinent, der die Überschrift trägt: Arbeitet wartet!

Dieses Hinundhergerenne zerrt: an meinen Energien, an meiner Laune, zumal ich ziemlich lahm vor mich hinrudere, sobald der Arbeitskontinent vor mir auftaucht. Gern rudere ich auch mal im Kreis. Was den Vorteil hat, dass ich mich dem Arbeitskontinent nicht wirklich nähere.

Egal, sage ich mir. Hopp, hopp, an Land und ins Büro gesprungen – jeder Mensch möchte laut Studie arbeiten und du gehörst zu den Privilegierten, die das selbständig tun  – und frisch ans Werk. Ich rufe die Mails ab, folge ein paar Links in den gefühlten 3000 Montags- Newslettern. Mein Unbewusstes lauert: ha, vielleicht lese ich ja doch noch irgendwas, ein Anstoß, ein Tipp, ein Aha, was mich motiviert, diesen Arbeitskontinent vor guter Laune nur so sprühend ‚mir untertan zu machen‘.

Hier ein Klick, dort an Klick…

Da, peng, hat es mich: ich lese und lese wie, nein, nennen wir sie nicht ‚Konkurrenten‘, wie meine MitbewerberInnen, die exakt jene von mir hart erarbeitete Marktnische ebenfalls abdecken: in diesem Fall als Persööööööööööönlichkeitscoach.  Mit einer super Website… einfühlsamen Texten…  attraktiven Angeboten… 1000jähriger Erfahrung…

Mein in traumatisierenden Nachschichten schwer erarbeitetes ehemals triumphales Gefühl, endlich, endlich meinen USP gefunden zu haben (für alle Ungeweihten: der USP ist der Unique Selling Point, also die absolute! Einzigartigkeit, ha!, die jeder Anbieter im Schlaf runterbeten können sollte, wenn ein Kunde ihn fragt, warum er oder sie ausgerechnet ihr Produkt, ihre  Dienstleistung, ihre  Sendung, ihr Buch…. kaufen , wählen, ansehen sollte), jedenfalls, wo war ich?, ah ja, bei meinem triumphalen Gefühl, das jetzt in Bruchteilen von Sekunden zu fahler Asche zusammenfiel.

Und hier kommt nun mein Schnelltipp Nr. 1 ins Spiel.

Wie’s mehr oder weniger schon jede noch so  ‚blonde‘ Zeitschrift (Vorsicht, ich selber bin naturblond bis altersblond) der Welt vorbetet, so dass selbst der dümmste  Mensch mittlerweile weiß  ( Sie also auch):   In jeder Krise steckt eine Chance. Jawoll.

Ich muss es wissen.  Ich arbeite schließlich  als PersööööööönlichkeitsCoach, bemühe mich nach Kräften, eben jenes den Menschen schmackhaft, erstrebens-, zumindest bedenkenswert  zu machen und dachte, genau, du, Maria, könntest  ja mal wieder selber das anwenden, was du anderen predigst und dich fragen: Welche Chance liegt in diesem deinem Totalzusammenbruch deiner USP Identity??

Megaschnell ,weil geübt, durchforste ich die Chancen, die in dieser USP-Sinn- und Identitätskrise stecken könnten- und stieß auf eine so enorm wertevolle Erkenntnis, dass ich sie Ihnen sofort mitteilen möchte.

Also, hier mein versprochener Schnelltipp für Leute, die mirnixdirnix ganz fix sich wie von selbst wie nix fix und fertig machen wollen:

Beginnen Sie SOFORT damit, sich zu vergleichen!!

Mit folgender kleinen, aber wichtigen Einschränkung:

Suchen Sie sich möglichst solche Mitmenschen, Konkurrenten, die schon megaerfolgreich, megareich, megagutaussehend, megaerfahren, megagebildet, megacharismatisch, megawebgesitet, megaschlank… was weiß ich sind – ergänzen Sie ggf. ganz nach Belieben und Vorlieben – is eh ziemlich egal, Hauptsache, Sie denken daran, sich mit all den Trillionen anderen da draußen zu vergleichen, die gefühltermaßen „mega“ vor Ihnen sind.

Los jetzt. Horchen Sie in sich! Vergleichen Sie sich. Tun Sie’s! Jetzt! ………. Und: haben Sie’s? Dieses Gefühl von: ich kann nix, bin nix, hab nix und werde nix. Kurz in bin ein Nix-und-Niemand? Ja? Prima! Dann kennen Sie jetzt eins der Geheimnixe, wie mann/frau sich auf eine der 50 ways to make oneself feel bad, sad, lonely within 3 seconds selbst fertig machen kann.

Nixdestotrotz: …seltsam, ich fühle mich grad schon viel besser. Doch. Jetzt, wo ich weiß, dass ich wahrscheinlich mit meinem Tipp: „So kommen Sie megaschnell schlecht drauf!“  vielen Menschen völlig altruistisch helfen konnte. Jetzt, wo ich weiß: Du, Maria, bist nicht allein auf dieser Welt…  du hast Weggefährtinnen und Weggefährten, …. ahhh, ein wohliges Gefühl von Zugehörigkeit zu einer ganzen Kaste von Menschen, die mit mir schlecht drauf sein wollen…. das fühlt sich herrlich an. So verbunden…  so unallein…  so irgendwie gar nicht mehr richtig schlecht…..

Wie jetzt? Sie möchten sich beschweren, dass auch Sie irgendwie doch besser drauf sind, obwohl Sie grad alles getan haben, megaschlecht drauf zu kommen? Sie meinen, ich sei ein Scharlatan, dessen Geheimtipps nix taugen, weil sie nur kurz wirken?

Mein Tipp: Rufen Sie mich an. Lesen Sie regelmäßig meine Kolumnen. Abonnieren Sie meinen Newsletter: Ich habe noch mindestens 49 other ways to make yourself fell bad, sad and lonely within 3 seconds auf Lager, die sich alle dem einzigen Thema widmen:

So kommen Sie megafix garantiert granatenschlecht drauf!

Es grüßt Sie

Ihre Anti-Erfolgcoach Maria Ast aus Bielefeld




3 Kommentare zum Beitrag

  1. Liebe Maria, zum Thema Vergleichen habe ich noch diesen Robert Gernhardt auf Lager:

    IMMER

    Einer immer begabter als du / Du liest / Er lernt / Du lernst / Er forscht / Du forschst / Er findet: / Einer immer noch begabter.

    Immer einer berühmter als du / Du stehst in der Zeitung / Er steht im Lexikon / Du stehst im Lexikon / Er steht in den Annalen / Du stehst in den Annalen / Er steht auf dem Sockel: / Einer immer noch berühmter.

    Immer einer besser als du / Du kränkelst / Er liegt danieder / Du stirbst / Er verscheidet / Du bist gerichtet / Er ist gerettet: / Einer immer noch besser / Immer / Immer / Immer.

  2. Maria Ast Maria Ast sagt:

    Hallo Jens,
    ich mag Gernhardt (jedenfalls meistens…). Dieses Gedicht von ihm kannte ich noch nicht. Passt! Danke Dir!

    Ich werde gelegentlich ein Gegengedicht dichten,
    um das Immer anders zu gewichten.
    Oder das ‚Unten‘ zu reframen,
    bis in alle Ewigkeit – Amen (engl. ausgesprochen)

    Maria

  3. Avatar Ramin sagt:

    Dass dieser Trick wirklich funktioniert kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen 😉
    Ich rufe mir dann gerne etwas in Erinnerung, was ich mal von Bill Withers gehört habe (woher der es hat weiß ich nicht): „You can’t get to wonderful without passing through allright.“
    Dann gucke ich mir an, was ich gemacht habe und denke mir: ‚In ordnung ist das schon, so I’m on the way to wonderful.‘ 🙂

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