Alles grad schwierig? Ein Vorschlag zur Entlastung

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Haben Sie auch grad Halb-Schwieriges zu bewältigen?

Liegt Ihnen etwas im Magen? Ärgert Sie etwas: Ihr Chef, Ihre Kunden, die Bahn, Ihre Kinder oder die Pfunde, die sich nach dem langen Winter auf Ihren Hüften niedergelassen haben, als wollten sie dort ihr Dauerlager aufschlagen?

Dann haben wir etwas gemeinsam: Ich steckte vorgestern nämlich auch in Schwierigkeiten. Nicht den wirklich großen, aber solchen, die einen in Gedanken doch nicht loslassen. Beide Schwierigkeiten – Ihre – meine – haben das gleiche Grundthema, haben etwas miteinander zu tun. So kam ich auf die glorreiche Idee:

Warum uns nicht gegenseitig das Leben leichter  machen?

Klassische Win-win-Lösung also.  Sie helfen mir aus meiner Bedrouille und ich im Gegenzug Ihnen mit einem für Sie hoffentlich entlastenden Impuls?
Der Reihe nach: Seit 2 Jahren arbeite ich ehrenamtlich als Lesementorin. http://www.mentor-bielefeld.de/ Ich lese 1x die Woche 45 Minuten mit einem türkischstämmigen Mädchen(nunmehr in Klasse 3). Sie spricht gut Deutsch, liest mittlerweile ganz passabel, versteht aber inhaltlich nicht immer alle Worte oder manche sind einfach neu für sie. Letzte Stunden- wir lasen: Oh wie schön is Panama – fragte sie  plötzlich: „Was ist Humor, Frau Ast?“ Äh ja… stotter… stotter… also, Humor ist, wenn man lacht, obwohl es eigentlich nicht wirklich witzig ist… Immer noch großes Fragezeichen in ihren Augen!  Hm, ja, also…  und ich versuchte mich in weiteren Erklärungen. Ich:“ Hast du jetzt verstanden, was Humor ist?“ Kopfschütteln: Nein!

Hilfe!! Wie erklärt man jemanden, der 10 Jahre alt ist, was Humor meint oder ist?

Hier nun meine herzliche Bitte an Sie: Helfen sie mir/uns, schreiben Sie mir und eigentlich uns Ihre Erklärungsvorschläge. Ich werde sie alle weiter leiten – und Ihnen berichten, welcher Vorschlag den Durchbruch gebracht hat! (Nicht dass ich nicht nochmal in Erklärungsnot war: Beschreiben Sie mal einer 10-Jährigen, was: „jemanden klein machen“ meint).

Hier nun mein versprochener Impuls für Sie:

Wenn wir feststecken, irgendwelche Schwierigkeiten uns das Leben schwer machen, ist es Einfällen, was und sas Leben oder die Situation leichter machen könnte,  zuweilen nicht weit her. Wenn man Glück hat, dann  bedarf es nur eines kleinen Erinnerns: durch ein Buch, einen Freund, durch diesen Artikel, der uns erinnert, dass wir selbst über Ressourcen verfügen, die Entlastung bringen.

Hiermit möchte ich dem Glück ein wenig auf die Sprünge helfen – und mich selbst, da auch ich ihn zuweilen aus den Augen verliere – exakt an das erinnern, wofür mir noch eine gute Kindererklärung fehlt: den Humor.

Versuchen Sie, Ihre humorvolle Seite – Saite! – in sich wieder zum Klingen zu bringen.

Versuchen Sie es wenigstens. Muss nicht perfekt sein.  Viel zu häufig gehen wir viel zu streng mit uns selbst um! Humor ist Lebenskunst pur! Meint  er doch, zu sich selbst und seinem momentanen Zustand auf Distanz gehen zu können, ihn in einen weiteren Horizont zu stellen. Und, Humor versöhnt: auf leise, unaufdringliche Weise mit den Dingen, die wir, vielleicht auch nur für ein paar Momente oder Minuten oder Monate nicht ändern können.  Und versöhnt uns mit uns.

Humor gehört zu den Basics der Lebenskunst. Eine Könnerstufe höher ist eine kleine, feine, melancholische Ironie anzusieden.  Da betrachtet mensch sich nicht nur aus der humorvollen Distanz, sondern geht auch noch auf Distanz zu dieser Distanz: eine philosophische Übung. Und der wird nachgesagt, dass sie das Zeug ha, Menschen heiterer und gelassener stimmen zu können.

Ich liebe den Aphorismus des Schweizer Dichters und Schriftstellers Heinrich Wiesner

„Humor hat seine Wurzeln im Schmerz. Schwarzer Humor gründet noch tiefer!“

Verlieren Sie Ihren nicht! Üben Sie sich ihn dieser Kunst, für die Sie niemanden brauchen. Außer eins: sich selbst!