Frühjahrsputz und andere Sehnsüchte

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„Träume und Wünsche sind unsterblich.“ – Auguste Rodin

Liebe Leserin, lieber Leser,

sehnen Sie sich nach diesem langen, kalten Winter auch nach Frühlingswärme, hellen Tagen, lauen Lüften, ersten Fahrradtouren und Spaziergängen ohne dicke Kleiderschichten?

Sehnsucht ist ein sehr intensives Gefühl. Häufig wird es als ein ziehendes beschrieben: etwas zieht uns weg aus dem Alltagsgeschehen, etwas, was über das ‚Normale‘, das wir leben,  hinaus will oder hinaus weist.

Was fällt Ihnen beim Wort SEHNSUCHT ein? Welche Sehnsüchte haben Sie oder suchen Sie mitunter heim? Wie gehen Sie damit um? Trauen Sie sich noch, ihnen Platz und Raum zu geben? Oder drücken Alltagssorgen und Alltagspflichten sie in den Hintergrund?

Einige Sehnsüchte teilen wir mit vielen anderen Menschen: Die Sehnsucht nach

– Gerechtigkeit

– Partnerschaft

– Gesundheit

– Unbeschwertheit

– materieller Sicherheit

– Geborgenheit

– Zugehörigkeit

– unseren Platz im Leben und in der Welt zu finden

um nur ein paar der ‚großen‘ Sehnsüchte zu nennen.

Zu den kleineren gehört vielleicht die anfangs genannte Sehnsucht nach Wärme und Licht,  einem ersten Eis im Frühling oder endlich den Energieschub zu bekommen, die winterdreckigen Fenster zu putzen und den Winterkilos zuleibe zu rücken.

Und manchmal versteckt sie sich auch: hinter Frust, Traurigkeit, Wut, Angst, Abgeschlagenheit, Burnout, Depression, Arbeitssucht oder sonstigen Süchten. Mann oder Frau drückt sie weg. Leider oder eher Gott sei Dank verschwindet sie dadurch nicht.

Denn, hinter jedem Frust, hinter jeder Angst, hinter jeder Sucht steckt eine Sehn-Sucht. Es sind gute, aber meist unbewusste Gründe, die uns daran hindern, dieser Sehnsucht zu folgen. Diese unbewussten Gründe haben nichts mit inneren Schweinehunden zu tun, die es zu überwinden gilt. Im Gegenteil: Sie  sind  so individuell wie ein Fingerabdruck, hängen mit unseren Erfahrungen und den Lebensstrategien und Ängsten zusammen, die wir aufgrund dieser Erfahrungen entwickelt haben und schützen uns wie ein Bodyguard vor übereilten Schritten.

Sehnsüchte und Träume wollen, so meine Erfahrung,  mit aller Vorsicht freigelegt werden, denn auch für das Aus-Leben einer Sehnsucht muss man innerlich den Boden bereitet haben. Dann fühlen wir uns sicher und wenn wir uns sicher fühlen, sind wir bereit, den ersten Schritt zu tun – und den dann mühelos und leicht.

Wer Lust hat, seinen/Ihren Sehnsüchten in einem geschützten Rahmen auf die Spur zu kommen, hat dazu Gelegenheit am 23.4.2010. Hier der Link

Zum Einstieg eine erste kleine Übung für Sie:

Was würden Sie tun, wenn morgen der Frühling da wäre und Sie überraschend frei hätten?

Hier ein paar Beispiele einer Freundin, mit der ich gerade eben telefoniert habe:

Ein großes Erdbeereis essen, im Oetkerpark auf die Wiese legen, mir für die Wohnung drei Bund knallrote Tulpen holen, den ganzen Tag „Le Printemps“(zu Deutsch: Der Frühling) hören und laut

mitsingen…

Nun denn, über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten – über individuelle Sehnsüchte ebensowenig.

Folgen Sie Ihren – und teilen Sie sie uns hier im Blog mit, wenn Sie mögen. Denken Sie daran:

Teilen befriedigt einer der größten Sehnsüchte, die wir haben: der Sehnsucht nach Zugehörigkeit.und Verbundenheit.

In herzlicher Verbundenheit

Maria Ast