Dieser Weg war lang.

Aber er hatte einen Sinn.

Und ich bin ihn wirklich gegangen.

Ich habe früh begonnen zu suchen.
Nicht aus Neugier.
Sondern weil ich meinte, falsch zu sein.
Wüstenzeiten.

Ich wollte verstehen.
Mich.
Das Leben.
Und warum sich vieles so schwer anfühlt.

Mein Weg führte über Krisen, Umwege, Bücher, Ausbildungen und Begegnungen.

Als Familienfrau, Trauerbegleiterin, Buchhändlerin, Coach und Weggefährtin vieler Menschen habe ich gelernt, dass wir einander brauchen, um zu wachsen.

Drei Burnouts gehören ebenso zu meinem Weg
wie die Suche und das Finden nach dem, was wirklich trägt.

Coaching wurde zur Lebenswende.

Zum ersten Mal genügte es nicht mehr, nur zu verstehen.
Ich lernte, ins Handeln zu kommen.

Und ich entdeckte:
Veränderung beginnt dort, wo wir anfangen, uns selbst wirksam zu erleben.

Die Philosophie der Lebenskunst öffnete mir die Augen.

Wir sind keine eindimensionalen Wesen.
Wir leben in Spannungen:

Zwischen Freude und Trauer.
Mut und Angst.
Stärke und Verletzlichkeit.

Balance zu halten ist keine Nebensache.
Sie ist eine existenzielle Kunst.

Später fand mich die Logotherapie.

Sie gab mir zurück, was ich unterwegs verloren hatte:

Vertrauen.
Sinn.
Und eine neue Beziehung zu Gott.

Sie wurde mein geistiges und spirituelles Fundament.

Mit der Zeit erkannte ich:

Ich kann mich irren.
Ich darf scheitern.
Ich kann lernen.

Aber ich bin nicht falsch.

Das Leben ist keine Aufgabe, die man endgültig lösen kann.
Es bleibt ein Weg.
Ein Suchen und Finden.
Und alles ist Übung.

Was trägt?
Was hält?

Meine Heimat.
Mein Hafen.

Zur Heimat erkor ich mir die Worte.
Eigene und fremde.

Bücher.
Gespräche.
Schreiben.
Tagebücher.
Gedichte.

Heute verstehe ich mich als Ver-Dichterin.
Ich verdichte Erfahrungen, Gedanken und Lebenswissen.
Und ich denke –
so viel und so weit ich will.

maria Anna Ast - Autorin in Bielefeld