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Haben Sie auch den Nachfeiertagsblues?

Nichtstun ist besser, als mit viel Mühe nichts schaffen. – Laotse

„Ach, dat is bloß de Dach noa’n Dach…“, tröstete mich meine Mutter schon im Teenageralltag, wenn mich diese seltsam zu beschreibende Stimmung nach vollem, prallem Tanzabend, Party, Leben heimsuchte. Es sei halt nur der Tag nach einem besonders schönen Ereignistag und natürlich enthielt dieser Satz auch die Botschaft: Glaub mir, auch das geht vorüber.

Heute, Osterdienstag, ist allerdings wieder mal so eine Tag: Eine Mischung aus Müdigkeit, Melancholie, Mundfaulheit plus keine Lust zu gar nix legt sich wie eine Dunstglocke auf mein Gemüt. Keine Lust zum Walken – trotz Sonnenscheins. Ich hatte eben mehr als genug Licht, Sonne, Wind, Natur in den letzten Tagen. Keinen Bock zum Quatschen – und das mir Kommunikationsfan sondergleichen –  ich hatte reichlich Begegnungen, hatte Gemeinschaft am Lagerfeuer, hatte das traditionelle Familientreffen mit dem traditionellen Ostereiersuchen (der allseits erwachsenen ‚Kinder‘ ).

Meine Lust, mich zu bewegen-  irgendetwas zu bewegen – bewegt sich konstant unter null. Ich will einfach nur vor mich hinpröddeln, hinschweigen, rumtrödeln, maximal ’nen Kessel Buntes aufsetzten (was ich mich Karfreitag nicht getraut habe). Ich will einfach halbmelancholisch auf mein Soffa niedersinken, simply let the world pass by, möchte mich in mein dickes Buch-Osterei versenken, einem 1.752 Seiten-starken Werk von Nino Haratischwili, „Das achte Leben“, dessen Sprache mir sofort vortrefflich gemundet hat und den Vorteil hat, völlig kalorienfrei Geist und Seele zu nähren.

Um es kurz zu machen: Ich habe den Nachfeiertagsblues. Kommt Ihnen der bekannt vor? Wie auch immer: Wohl dem/der/wohl mir, die sich ihm einfach hingeben kann. Selbständigkeit kann ihre Sonnenseiten haben…

 


Nowitzki – oder welche Vorbilder haben Sie?

„An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter.“ – Konfuzius

Ach, es gibt sie noch: Die Männer, die mich zu Tränen rühren! Da schlug ich heute morgen eine Zeitung von gestern auf und blieb an der Überschrift Die Sportwelt verneigt sich vor  Nowitzki hängen bzw. an den Zitaten anderer zu seinem Aktiv-Sport-Ende. Da gelang es mir noch so halb, meine Rührung – oder sollte ich sagen BErührung – zu unterdrücken. Ich mich an den PC gesetzt und weitere Kommentare in der WELT, der ZEIT, der Süddeutschen etc. gelesen – bis ich schließlich hemmungslos meinen Tränen freien Lauf gelassen habe.

Was war bzw. ist passiert? Was hat mich – und viele andere Menschen – so berührt?

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KönnerIn im Angst-Tauchen

Wenn sich eine auskennt mit Angst, dann ich. Mittlerweile in dem Wissen: Häufig besteht in DIESEM Moment überhaupt keine Gefahr – sie ist alt, sie wird nur getriggert durch ein momentanes Ereignis. Erstens: Gut, mich/sich/andere daran immer wieder zu erinnern. Und im zweiten Schritt, sich zu erinnern: Himmel, stimmt ja: Ich KANN ja schwimmen, tauchen, sogar tief tauchen – und manchmal findet ich am Grund eine Perle. Auch wenn ich es für jemand anderen und für eine andere ‚Angst‘ geschrieben habe.  This one goes especially out to Sarah – und an all jene, die grad vergessen haben, dass sie schwimmen, tauchen, auftauchen können.

Könner(in) im Angst-Tauchen     (für W.S. 2013)    

Du sagst, du hast Angst.
Ich frage, wovor.
Vor dem Alter, sagst du.
Ich frage, warum.
Einsamkeit, antwortest du,
ich habe Angst vor dem Einsamsein.
Ist doch nur ein Gefühl, sage ich.
Ich habe Angst, antwortest du.  

Schau ihr in die Augen, sage ich.
Auf dunklem Grund
liegt längst die Antwort.
Ich habe Angst, sagst du.
Sei furchtlos, antworte ich.

Erinnere dich:
Du kannst doch
tauchen
tief tauchen
auftauchen
…die Perle in der Hand!       

© Maria Ast

 

 


Kurz mal Seele baumeln lassen: Frühlingsgedicht

Der Frühling bricht sich Bahn in Bild und Wort: Hier ein Gedicht von Anna Achmatowa, einer russischen Dichterin, die von 1889 bis 1966 in Russland lebte,  außer Liebes- und Naturgedichten, Selbstreflxionsgedichten auch viele politische Gedichte geschrieben hat –  was ihr Flucht, Leid und Verfolgung eingebracht hat. Hier nun ein Frühlingsgedicht von ihr:

 

Eh Frühling wird, sind manchmal solche Tage:
Es ruht noch unter festem Schnee das Land,
Ein Rauschen tönt im heiter-trocknen Hage,
Und warmer Wind weht zärtlich und gespannt.

Dem Leib wird seine Leichtigkeit zum Wunder,
Und du erkennst dein eignes Haus nicht mehr,
Und jenes Lied, das lästig ward wie Plunder,
Singst du erregt, als wenn’s ein neues wär.

(Frühjahr 1915 – Slepnjowo)

 

 

 


Ich könnte schreien! – Die Marketing-Mär vom garantierten Erfolg

Ich könnte schreiiiiien! Ich könnte toben, auf ’nen Sandsack einboxen, meine Zähne in die Auslegeware hauen…. harrr…. oder, bewährt und besser: gleich im Auto, da werde ich die Schreisau rauslassen und mir meinen Frust mal wieder von der Seele, dem Herzen, dem Gemüt schreiiiiiiiiiiiien…

Warum ich schreien könnte? Irgendwo las ich gerade eine Mail mit Marketingtipps… haarrrr… Ich ertrage dieses ganze Marketinggesülze und damit einhergehenden Erfolgsgarantien: „Tu dies, lass das und du wirst GARANTIERT Erfolg haben!“ nicht mehr. Ich ertrage diese Marketing-Mär – oder sollte ich sagen: Marketingverarsche – von der Machbarkeit des Erfolges nicht mehr! Jahre meiner Selbständigkeit habe ich sie befolgt. Und?

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