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Sommersonnenwende – Ein Gedicht

Ich drücke mich gerade massiv vor einigen Pflichten, vor Dingen, die ich mir zwar megamäßig und sehr verbindlich vorgenommen hatte. Tja… ich fand grad u.a. dieses Gedicht von mir –  selbst DAS hier reinzusetzen tue ich lieber, als das, was ich eigentlich tun sollte, müsste. So what? Every cloud has a silver lining, heißt es so schön im Englischen. Jede Wolke – jede Prokrastination – hat ihren Silberstreif. Dann erblicken eben – Dank Prokrastination – andere Dinge das Licht der Welt. In diesem Fall was Eigen-Poetisches:

 

Sommersonnenwende    (21.Juni 2019)

Time flies.
Days fly.
Dreams pass by.
Death, too.
So do we,
so do I,
just passing by.

 


Lebenskunst – Was ist das?

Generell:
Lebenskunst
ist ursprünglich ein Begriff aus der Philosophie. Es geht kurz gesagt um die Kunst, mit sich und dem Leben an sich klarzukommen wissen.

Der Philosoph Wilhelm Schmid hat den Begriff  in den 1990iger Jahren wieder populär gemacht. Für ihn bedeutet Lebenskunst u.a.

  • die bewusste, reflektierte Lebensführung
  • die Kunst und der Wille sich ein ‚schönes‘ Leben zu machen

Seinem Philosophenkollegen Joachim Achenbach, Begründer der Philosophischen Praxis, tat sich mit dem Ziel/Anspruch des ’schönen Lebens‘ schwer. Er prägte und bevorzugte den Begriff der Lebenskönnerschaft, die auch beinhaltet, mit dem Leben in seiner ganzen Freud‘- und Leid-Bandbreite zurecht zu kommen.

  • Lebenskunst: Sein Leben auf reflektierte Art mitzugestalten zu wollen, heißt, es nicht einfach dahinplätschern zu lassen, sondern Seins/Meins dazuzutun: Ich suche und setze mir Ziele, solche, die ihm Sinn und Richtung geben und die mein – und/oder andererleuts oder andererlands – Leben bereichern. Ohne Reflexion, ohne gute Selbst-Kenntnis sind fremden Einfluss-Mächten Tür und Tor geöffnet.
  • Lebenskönnerschaft hat einen anderen Fokus. Sie verlangt entsprechend andere Kompetenzen, Werkzeuge und Strategien, nämlich solche, die uns helfen, mit den Auf und Abs des Lebens souveräner und gelassener klarzukommen. – Ob Kunst oder Könnerschaft: Beide setzen eins voraus: Übung! Wohl dem oder der, die sich rechtzeitig darin übt, um im Ernstfall auch gekonnt darauf zurückgreifen zu können.

Inzwischen hat Wilhelm Schmid viele Bücher zum Thema Lebenskunst/Lebensbewältigung geschrieben. Mir haben vor Jahrzehnten seine Grundlagen-Bücher „Philosophie der Lebenskunst, Eine Grundlegung“, suhrkamp taschenbuch wissenschaft und „Mit sich selbst befreundet sein, Von der Lebenskunst im Umgang mit sich selbst“, Suhrkamp-Verlag Geist und Augen geöffnet für Erkenntnisse und Lösungen, die weder NLP/Coaching noch sonstige Aus- und Fortbildungen mir erschlossen haben.
Buchtipp: Wer sich nicht durch seine Grundlagenbücher durcharbeiten will, findet mittlerweile viele kleine, gut verdauliche ‚Lektionen‘.

 

Speziell: Lebenskunst oder Lebenskönnerschaft? Lebenskunst à la AST

Die Erkenntnis aus eigener Lebenserfahrung und 16 Jahren Coachingpraxis kommt zu dem selben Ergebnis wie das Orakel von Delphie: „Nichts zu sehr! Nichts im Übermaß!“, will meinen, wir brauchen beides, um zu einem erfüllten, erfüllenden, lebendigen Leben kommen wollen. Ansonsten landen wir bloß im Extrem: Ich kann mich zwanghaft und in Daueranstrengung erschöpfen in der immer neuen Suche ’nach dem Glück‘ bzw. in der alleinigen Machbarkeit des Glücks; das ist für mich schlichter Allmachtsglaube. Auch hier zeigt die Coachingerfahrung: Wer SO glaubt, der tendiert dazu in den Gegenpol zu fallen: den Ohnmachtspol: Nichts steht in meiner Macht. Ich bin total machtlos.

Eine wesentliche Grundregel für ein gelingendes, glückendes und gelassenes Leben liegt für mich im Sowohl-als-auch-Denken begründet. Allein diese Art des Denkens, befreit aus der Denkfalle, in der allermeisten Menschen und Ratgeber – in Menschen- wie in Buchform –  feststecken: der  Entweder-oder-Falle.

Da viele Coaching-Ratsuchende immer noch glauben, ihr Feststecken, ihre Unsicherheit, ihr Zögern, kurz ihr Problem sei

  • a) höchst individuell 
  •  b) höchst speziell

machen sie sich auf die Dauersuche nach einem Therapeuten oder einem Spezialisten. Es ist aber schlicht gesagt wie beim Auto, das nicht anspringt: ZUERST werden die 4, 5 häufigsten Ursachen gecheckt und danach geht erst die Suche nach einem spezielleren Problem los. Ähnlich sind meine Erfahrungen aus meinen Coachings: Die allermeisten Blockaden und Denk-Fallen ähneln sich. Da macht es Sinn, ZUERST mal die gängigsten zu erkennen und abzustellen, und erst, wenn die nicht zutreffend sind, weitere Maßnahmen und Methoden zu versuchen.

Hier die zwei gängigsten Denkfallen.

  1. Die Immer-alle-nie-Denkfalle: In konkret meint das z.B.: Ich muss als Chef immer ein offenes Ohr = Zimmertür haben. Ich möchte immer selbstbewusst und durchsetzungsstark sein. Ich erwarte, dass er immer mitfühlend, einfühlsam, verständnisvoll ist.Was ist die Folge dieser meist unbewussten Erwartung: Ich werde immer (!) und immer wieder enttäuscht. Warum das? Weil mit der Immer-Haltung die Erwartung des Immer einhergeht und da niemand  immer NUR gut oderböse oder  offen oder mitfühlend etc. sein kann, ist die Enttäuschung vorprogrammiert, um nicht zu sagen selbst-programmiert.
    Die Lösung lautet: a) Lerne zu akzeptieren: Es gibt kein Immer.  und b) Lerne zu differenzieren: Was ist HIER und Jetzt dran?
  2.  Die Entweder-oder-Denkfalle. Entweder Lebenskunst oder -könnerschaft, entweder Entspannung oder Höchstspannung; entweder Wachstum oder Stillstand; entweder gelassen oder gestresst, entweder selbstbewusst oder schüchtern/durchsetzungsunfähig etc.. DAS aber ist noch längst nicht die Freiheit, die ich vermitteln möchte: Freiheit verstanden als innere WAHL-Freiheit, als Spannungskunst.Genau dieses Entweder-oder-Denken ist auch der Grund, warum die allermeisten Ratgeber – in Buch- wie Menschform – nicht funktionieren. Sie bedienen lediglich den Gegenpol, preisen ihn als alleinige Lösung/Heilsversprechen. Dass das und warum das nicht funktionieren kann, haben längst wunderbare Vordenker erkannt und zu pragmatischen Lösungswerkzeugen für Jedermann entwickelt. Allen voran z.B. der von mir hoch-geschätzte Kommunikations-Psychologe Schultz von Thun. Sein Werte- und Entwicklungsquadrat bringe ich wirklich jedermann und jederfrau in meinen Coachings bei. Warum? Es macht auf ebenso einfache und leicht einprägsame Weise klar, warum wir ohne Sowohl-als-auch-Denken unweigerlich im EXTREM landen. Immer !

Buchtipp: Wer sich für Kommunikation UND Lebenskunst interessiert, dem lege ich das Buch „Kommunikation als Lebenskunst“, Bernhard Pörksen, Friedemann Schultz von Thun, Carl-Auer-Verlag ans Herz. Es gibt einen guten Überblick über die Haltung, Hintergründe und die Werkzeuge aus der Kommunikationspsychologie/Schultz von Thuns  – und enthält viele Beispiele, wo und wie sie zu einem gelingenden Leben – zur Lebenskunst – beitragen können.

Coaching UND Lebenskunst  – Balance bringt’s auch hier.

Coaching hat für mich immer noch die besten Werkzeuge, wenn es darum geht, zügig und schnell ins Handeln zu kommen. Handeln ohne Denken ist aber selten klug noch weise. Manchmal ist erst mal nix mit Handeln, das Leben, der Körper, die Widerstände stellen sich quer. Dann ist Lebenskunst-Philosophisches viel sinnvoller: Durch das Reflektieren, das ruhige Vor- und Nachdenken, Ohne-Angst-in-sich-horchen, Gedanken zu ordnen, Haltungen zu verändern, das ist dran, bevor ich im Außen was ändeern = tun kann. Hier führt Reflektieren letztlich schneller zu einem Tun, als blinder Aktionismus das getan hätte.

Die Quintessenz der Lebenskunst à la Ast

Viele kennen sicher das berühmte Gelassenheitsgebet

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Exakt zu dieser Erkenntnis bin ich durch eigene Lebenserfahrung und Coachingpraxis auch gekommen, allerdings mit einem großen Unterschied: Ich glaube nicht mehr, dass Gott dafür zuständig ist. Wir müssen uns schon selbst darum bemühen, den Unterschied herauszufinden. Und auch das kann mann/frau lernen: Der eigenen Weisheit zu vertrauen!

Agieren oder akzeptieren? Lebenkunst 60plus…

Act or accept? Act and accept. – Ich gestehe, dass es mir viel leichter fiel, das Agieren zu lernen als ‚die Sache‘ mit dem Akzeptieren. Mittlerweile 65  wird da das Übungsfeld des Akzeptierens eh größer. Mir ist allerdings sehr bewusst, dass ohne Akzeptanz weder Gelassenheit, geschweige Heiterkeit Einzug halten werden. Also übe ich mich weiter in dieser herausfordernden Kunst.

Und zunehmend übe ich mich in einer weiteren Kunst, die ich für meine Begriffe viel zu spät als eine Lebenskunst-Strategie begriffen habe: Der des Staunens. 

Aus dem Arche-Literaturkalender habe ich dazu ein wunderbares Zitat von Pearl S. Buck gefunden aus ihrem Buch

Copyright 2015 dtv Verlagsgesellschaft, München

erschienen bei dtv 14606, das ich mit freundlicher Genehmigung  © dtv Verlagsgesellschaft, München, hier in diesem Blog-Beitrag zitieren darf:

„Eines Tages blicke ich auf dieses ganze Leben vielleicht wie auf eine Seite aus meiner gesamten Existenz zurück, und wenn ich es tue, dann wird es sicher  mit demselben Durst danach sein, mehr zu wissen – mit der Einsicht, dass es Wahrheiten gibt, deren Ursachen wir nicht ergründen können… Vielleicht ist das überhaupt das Wichtigste – dass die Welt für uns immer voller Wunder ist.“

 

Voilà, hier die Lebenskunst à la Ast in Kurzkurzform:

agiere – akzeptiere – differenziere- staune! WIE das geht, das bringe ich seit 16 Jahren vielen Menschen bei – und gerne auch Ihnen.


Haben Sie auch den Nachfeiertagsblues?

Nichtstun ist besser, als mit viel Mühe nichts schaffen. – Laotse

„Ach, dat is bloß de Dach noa’n Dach…“, tröstete mich meine Mutter schon im Teenageralltag, wenn mich diese seltsam zu beschreibende Stimmung nach vollem, prallem Tanzabend, Party, Leben heimsuchte. Es sei halt nur der Tag nach einem besonders schönen Ereignistag und natürlich enthielt dieser Satz auch die Botschaft: Glaub mir, auch das geht vorüber.

Heute, Osterdienstag, ist allerdings wieder mal so eine Tag: Eine Mischung aus Müdigkeit, Melancholie, Mundfaulheit plus keine Lust zu gar nix legt sich wie eine Dunstglocke auf mein Gemüt. Keine Lust zum Walken – trotz Sonnenscheins. Ich hatte eben mehr als genug Licht, Sonne, Wind, Natur in den letzten Tagen. Keinen Bock zum Quatschen – und das mir Kommunikationsfan sondergleichen –  ich hatte reichlich Begegnungen, hatte Gemeinschaft am Lagerfeuer, hatte das traditionelle Familientreffen mit dem traditionellen Ostereiersuchen (der allseits erwachsenen ‚Kinder‘ ).

Meine Lust, mich zu bewegen-  irgendetwas zu bewegen – bewegt sich konstant unter null. Ich will einfach nur vor mich hinpröddeln, hinschweigen, rumtrödeln, maximal ’nen Kessel Buntes aufsetzten (was ich mich Karfreitag nicht getraut habe). Ich will einfach halbmelancholisch auf mein Soffa niedersinken, simply let the world pass by, möchte mich in mein dickes Buch-Osterei versenken, einem 1.752 Seiten-starken Werk von Nino Haratischwili, „Das achte Leben“, dessen Sprache mir sofort vortrefflich gemundet hat und den Vorteil hat, völlig kalorienfrei Geist und Seele zu nähren.

Um es kurz zu machen: Ich habe den Nachfeiertagsblues. Kommt Ihnen der bekannt vor? Wie auch immer: Wohl dem/der/wohl mir, die sich ihm einfach hingeben kann. Selbständigkeit kann ihre Sonnenseiten haben…

 


Nowitzki – oder welche Vorbilder haben Sie?

„An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter.“ – Konfuzius

Ach, es gibt sie noch: Die Männer, die mich zu Tränen rühren! Da schlug ich heute morgen eine Zeitung von gestern auf und blieb an der Überschrift Die Sportwelt verneigt sich vor  Nowitzki hängen bzw. an den Zitaten anderer zu seinem Aktiv-Sport-Ende. Da gelang es mir noch so halb, meine Rührung – oder sollte ich sagen BErührung – zu unterdrücken. Ich mich an den PC gesetzt und weitere Kommentare in der WELT, der ZEIT, der Süddeutschen etc. gelesen – bis ich schließlich hemmungslos meinen Tränen freien Lauf gelassen habe.

Was war bzw. ist passiert? Was hat mich – und viele andere Menschen – so berührt?

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KönnerIn im Angst-Tauchen

Wenn sich eine auskennt mit Angst, dann ich. Mittlerweile in dem Wissen: Häufig besteht in DIESEM Moment überhaupt keine Gefahr – sie ist alt, sie wird nur getriggert durch ein momentanes Ereignis. Erstens: Gut, mich/sich/andere daran immer wieder zu erinnern. Und im zweiten Schritt, sich zu erinnern: Himmel, stimmt ja: Ich KANN ja schwimmen, tauchen, sogar tief tauchen – und manchmal findet ich am Grund eine Perle. Auch wenn ich es für jemand anderen und für eine andere ‚Angst‘ geschrieben habe.  This one goes especially out to Sarah – und an all jene, die grad vergessen haben, dass sie schwimmen, tauchen, auftauchen können.

Könner(in) im Angst-Tauchen     (für W.S. 2013)    

Du sagst, du hast Angst.
Ich frage, wovor.
Vor dem Alter, sagst du.
Ich frage, warum.
Einsamkeit, antwortest du,
ich habe Angst vor dem Einsamsein.
Ist doch nur ein Gefühl, sage ich.
Ich habe Angst, antwortest du.  

Schau ihr in die Augen, sage ich.
Auf dunklem Grund
liegt längst die Antwort.
Ich habe Angst, sagst du.
Sei furchtlos, antworte ich.

Erinnere dich:
Du kannst doch
tauchen
tief tauchen
auftauchen
…die Perle in der Hand!       

© Maria Ast

 

 


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