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Nachlese kultur-talk-Sendung Glück

erstellt am: 15. Januar 2013 / von: Maria Ast / Kategorie(n): Allgemein

Ich stelle so gut wie NIE den Fernseher vor Viertel vor 8.00 Uhr an, 8.00 Uhr abends.

Nun reizte mich das Thema GLÜCK persönlich und besonders beruflich doch sehr, dass ich mit dieser Regel brach und mir am helllichten Sonntagmittag die WDR-Kultur-talk-Sendung dazu „angetan“ habe. Ich war gespannt auf eine lebhafte Diskussion, zumal mir von den Talkgästen mindestens drei bekannt waren: Frau Asgodom, die in der Coachingszene eh bekannt ist, Herr Retzer, dessen Buch „Miese Stimmung“ ich gelesen hatte und Herr Schmid, dessen Bücher zur Lebenskunst, Glück und Unglücklichsein ich ebenfalls kenne – und schätze.

Welch fromme Erwartung an eine Kultursendung! Nach der Sendung war ich unglücklicher als vorher! Unglücklich ob der Qualität von sogenannten KULTUR-Sendungen. Vielleicht ist es ja an der Zeit, weniger blauäugig wünschend an die Qualität einer Kultursendung zu gehen, meine Erwartungen an selbige herunterzuschrauben, meine Illusionen diesbezüglich als solche zu erkennen und schulterzuckend bis unglücklich der Realität im Deutschen Fernsehen ins Auge zu schauen? Nein, da hatte ich anderes erwartet.

Fast habe ich ich mich geschämt, so viele Freunde, KundInnen, Menschen auf diese Sendung hingewiesen zu haben. Heraus kam – jedenfalls für mich und viele meiner Bekannten – wenig Neues, geschweige, dass so etwas wie eine konträre, kontrastreiche! Diskussion zustande gekommen wäre. Hätte nicht mal einer freiwillig in die Rolle des Advocatus Diaboli schlüpfen können, die Ethnologin etwas Erhellendes zur Kulturgeschichte des Glücks beisteuern können, damit wir aktuelle Glücks-Phänomene besser verstehen? Oder Herr Schmid doch noch Zeit haben können, um seine Aussage „Sinn statt Glück“ begründen zu müssen bzw. zu können?

Da lobe ich mir die Angelsachsen, die haben eine Diskussions- oder Diskurskultur, die den Namen verdient und ebenso lebendig wie erhellend für die Zuschauer/Zuhörer ist. Schade, dass so etwas in unserem deutschen Fernseh-Landen nur noch selten zu erleben ist.

So war es für mich eher eine Sendung, die den Titel: „Wir stellen unsere Bücher zu Glück“ vor, wobei mir erst beim Blick auf den Titel des Buches von Frau Preusker klar wurde, warum sie in dieser Sendung war. „Wenn das GLÜCK mit dem Schwanz wedelt“. Na dann, Hauptsache, wir sind alle wieder glücklich, nicht wahr?

  • Wer an Kommentaren anderer Zuschauer interessiert ist, hier der Link zum Gästebuch des WDR.
  • Wer hier gerne ihren/seinen Kommentar zur Sendung oder zu GLÜCK oder UNGLÜCKLIVH-sein abgeben möchte, ist dazu sehr herzlich eingeladen!

Weitere Kommentare zur Glücks-Sendung finden Sie hier.




2 Kommentare zum Beitrag

  1. Es ist halt ein Riesen-Unterschied, ob jemand intelligente Bücher schreibt und in seinem Denk-Kämmerlein alles gut durchdenken und dnn schreiben kann, als im Fernsehen zu einem komplexen Thema in einer wie
    immer gearteten Talkrunde sitzt.

    Sobald etwas im Fernsehen erscheint und der intelligente Denker mit dem guten Buch unter der Fuchtel eines Moderators steht ist Ende vom Geländer.

    beste Grüße,
    Christoph

    • Maria Ast Maria Ast sagt:

      Hallo Christoph,
      wohl wahr! Schöne Zusammenfassung auch meiner Einschätzung.
      Der Coach in mir schreit natürlich gleich: JA, nun haben wir das Problem. Aber, WO und WIE könnte eine bessere Lösung aussehen?

      Mich überkommt in den letzten Jahren immer mehr das Gefühl von Ohmacht, besonders den Medien gegenüber. Da brauche ich all meine Kenntnis über Lebenskunst, um unter diesem Gefühl der Ohnmacht und häufig der Ungerechtigkeit nicht unterzugehen. Dank intelligenter Autoren und Bücher gelingt es mir zuweilen sogar ganz passabel. Heiterkeit, so meine Erfahrung, will erkämpft (erlesen) sein.

      Dankeschön für Ihren Kommentar.

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