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Scham oder Darf ein Zahnarzt Zahnweh haben?

Es ist schon komisch: Da schreibe ich immer noch – wie seit Jahrzehnten – regelmäßig Tagebuch, notiere da in groben Zügen, was so passiert in meinem Leben, noch viel häufiger schreibe ich auf,  was mir auf der Seele brennt, was mich beunruhigt, bewegt, wütend macht!, und natürlich betreibe ich lustvoll und selbstkritisch Selbst-Reflexion in meinen Tagebüchern, wenn ich grad feststecke. Daran ist erst mal nix komisch; komisch ist, dass ich mich immer noch ziere, hier im Blog meine Gedanken, Erkenntnisse, Sichtweisen, selbst mein Wissen in die Öffentlichkeit zu geben. Es ist ja nicht so, als hätte ich das Gefühl, ich hätte ‚der Welt‘ – Ihnen, liebe LeserInnen – nichts mehr zu sagen oder schlicht keine Lust mehr, Wissen, Gedanken, Kritisches mit Ihnen zu teilen.

Also habe ich mich heute morgen gefragt, warum nicht den ersten Schritt öffentlich tun und mich öffentlich fragen: Was lähmt mich so?

Plopp! machte es: Als Erstes kam mir sofort der Begriff SCHAM in den Sinn. Ich habe lange gebraucht, um zu erkennen, dass ich mich schäme, wofür ich mich schäme, dass Scham der größte Veränderungsverhinderer schlechthin ist, dass Scham an sich notwendig und gesellschaftswichtig ist – aber wie alles, was ZU VIEL ist, uns letztlich ausbremst, fertig mach und in den Burnout zwingt.

Scham ist ein sehr machtvolles GEFÜHL: Es ist die blanke Angst davor, Weiterlesen »


Lebenskunst Gedichte: Ziele

Hier finden Sie eigene Gedichte von mir = Verdichtungen eigener Erkenntnisse und Erfahrungen, sowohl aus meinem Gedichtband: steinschwer & federleicht – Liebesschmerz-Gedichte als auch viele neuere, die ich gerade dabei bin in einem zweiten Gedichtband zu sammeln/zu veröffentlichen.

Ziele

Alle fragen: WAS soll ich tun?
Ich frage: WER willst du sein?

Alle fragen: WIE komme ich da hin?
Ich frage: WOZU willst du da hin?

Alle fragen: WANN werde ich da sein?
Ich antworte: Wenn du gelernt hast,
auch den Weg zu lieben.

©Maria Ast 2017


Das Leben ist ein langer Fluss – Buchtipp 50plus

„Älter zu werden ist nicht besonders bemerkenswert. Anderseits ist es sehr bemerkenswert. Und das ist das Dilemma.“

Eine ziemlich treffende Aussage, die Patricia Tudor-Sandahl in ihrem  Buch „Das Leben ist ein langer Fluss “ – Über das Älterwerden“ in der Einleitung macht.

Zwischen 50plus und 70: Das dritte Alter

Vielen zwischen 50plus und 70 wird es gehen wie ihr – oder mir: man/frau fühlt sich noch nicht wirklich zum alten Eisen gehörend, fühlt sich aber auch nicht mehr als Middle-Ager. Die Engländer haben einen schönen Ausdruck für diese Zeitspanne, sie nennen sie das dritte Alter.

Ich bin jetzt 63 und befinde ich selbst in diesem Zwischenstadium zwischen „noch voll berufstätig (sein wollen)“ und „kürzer treten müssen“(weil Energien und Interessen sich altersbedingt verringern/verlagern)  – und Überlegungen zu:

  • Was will ich noch leben und erleben?
  • Wie will ich den Rest meiner Lebenszeit noch verbringen?
  • Wovon will und muss ich mich verabschieden?

Akzeptanz ist für mich gerade ein sehr schwieriges Thema, eine Übung, mit der ich mich zugegebenermaßen sehr schwertue. Zu HANDELN habe ich gelernt. Das gibt ja auch ein gutes Gefühl von SELBST-Mächtigkeit. Anders sieht das schon aus mit den Dingen, die ich nicht ändern und aufhalten kann: z.B. dass die Haare dünner und die Falten mehr werden; dass es viel länger dauert, meine Energie-Batterien aufzufüllen als früher; dass ich immer häufiger das Gefühl habe, mit den anderen – wer immer das ist – nicht mehr mithalten zu können. Dieses Akzeptieren ist echte Arbeit für mich. Und der gilt es sich/mich zu stellen, sonst gerät frau in die Jammer- oder Sentimentalitätsfalle – und die ist selten hilfreich.

Warum mir dieses Buch gefallen hat:

Das o.g. Buch hat mir – aus vielen anderen gelesenen zum Thema Älter-werden – besonders gefallen, weil es viele Beispiele und kluge Gedanken aus vielen Schulen enthält, einfühlsam aufzeigt, wie sich das dritte Alter anfühlt, was es bereit hält und wie es sich trotz aller Abschiede und Akzeptanz sinnvoll, selbstbestimmt und lebenswert gestalten lässt.

 

 

 

 


Nach Burnout und Reha: 2 Gedichte und 3 Todesfälle

Wie tritt man, besser frau nach fast einem Jahr Rückzug – wegen Angstattacken, Burnout, dem Gefühl, nicht mehr in diese Welt zu passen – wieder in Kontakt mit der Außenwelt, mit FreundenInnen und mit Ihnen, liebe KundenInnen und LeserInnen?  Ich tue es mit meiner Abschlussrede, die ich Pfingstdienstag im Plenum in Heiligenfeld gehalten habe. Dort war ich 6 Wochen zur Reha in der Rosengarten Klinik. Als Grundlage für die Rede, habe ich mir drei Fragen gestellt: Wie kam ich? Wie ging’s dazwischen? Wie gehe ich? Anfangen möchte ich mit einem Gedicht von mir, dass ich im Oktober 2016 geschrieben habe:

Sein und Werden

Stillstand…
Schaue dem Nebel zu,
wie er rumsteht.
Spinnweben: Kunstwerke
in der Buchbaumhecke.
Letzte Blätter am Kirschbaum.
Das leise Rauschen der Heizung.
Das laute Grundrauschen
der Angst, der Angst, der Angst…
Einfach SEIN.
Furchtlos weitergehen, vor-sichtig,
mit Wissen und Weisheit (und Zuversicht) im Gepäck.

SEIN ohne Angst.
WERDEN mit Zuversicht.
Das wär’s!

So kam ich Ende April 2017 in Heiligenfeld an. Die Angst hatte mich im Wort- und übertragenen Sinn in die Knie gezwungen, in die Panik und Totalerschöpfung getrieben. Aber ich kam auch mit einer Hoffnung, dieser unbedingten Sehnsucht nach Heil-werden, Ganz-werden, wieder ‚in die Welt passen‘.

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Ostergrüße oder Nennen wir es Frühlingslied

Mit meinem Lieblingsfrühlingsgedicht von Mascha Kaléko wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein schönes, helles Osterfest.

Nennen wir es „Frühlingslied“

In das Dunkel dieser alten, kalten
Tage fällt das erste Sonnenlicht.
Und mein dummes Herz blüht auf,  als wüßt es nicht:
Auch der schönste Frühling
Kann nicht halten,
Was der werdende April verspricht.

Da, die Amseln üben schon im Chor,
Aus der Nacht erwacht die Welt zum Lebenm,
Pans vergessenen Flötenton im Ohr…
Veilchen tun, als hätt‘ es nie zuvor
Laue Luft und blauen Duft gegeben.

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