Skip to main content

Ängste und Trauma überwinden

Meine Praxis ist zur Zeit geschlossen. Das Lernen hört ein Leben lang nicht auf. Ich lerne gerade, was eine generalisierte Angststörung ist, was sie mit mir zu tun hat, wie Traumata sich äußern, dass es unmöglich ist – und das habe ich jahrelang versucht – diese allein mit dem KOPF lösen zu wollen, und ich begreife endlich, warum ich so abgrundtief erschöpft bin.

Allen, die am Thema Angst, Traumata, Angststörungen interessiert sind bzw. beruflich damit zu tun oder selbst darunter leiden, möchte ich auf diesem Wege unbedingt noch auf einen  betreuten Online-Kurs von Dami Charf aufmerksam machen, an dem Sie sich nur noch bis morgen, 18. September 2016, anmelden können.

Und: Nein, Dami weiß nichts davon, hat mich nicht dazu aufgefordert oder sonstwas, ICH allein finde ihre Website und die ersten Kursinhalte schon jetzt äußerst hilfreich, sowohl was Wissen und Wissensvermittlung angeht, wie die großzügige Bereitstellung von Werkzeugen. Hier der Link zu ihrer Seite: http://www.traumaheilung.de/ und hier zu ihrem Onlinekurs „Mit Trauma leben“- Wege zu mehr Stabilität und Selbstregulation.

Lassen Sie sich nicht vom Begriff TRAUMA schocken/irritieren. Mir gefällt ihre Erklärungsansatz: JEDER Mensch, der einer Situation nicht gewachsen war, sich als ohnmächtig und überfordert erlebt hat, KANN eine Angststörung/Trauma kriegen – kann, aber muss nicht. Das in aller Kürze. Ja, und auch ich trete eine Weile kürzer, lerne vor allen Dingen, LANGSAMER zu werden, langsamer zu fühlen.

Dabei hilft mir u.a. das Buch von Kai Romhardt „Slow down your life – Vom Glück der Gelassenheit“. Es geht um Achtsamkeit und ist gleichzeitig eine kritische Auseinandersetzung mit der Idee von ZEIT und wie wir damit umgehen. Besonders angetan hat mich ein Text, den er an der Anfang seines Buches gestellt hat,  das „Lied des Franz von Assisi“.

If you want to live live free
take your time go slowly
do few things but do them well
heartfelt work goes purely.

If you want your dreams come true
take your time go slowly
Small beginning, greater end
simple work is holy.

Day by day – stone by stone
build your secret slowly
day by day – you’ll grow true
you’ll know heaven’s glory.

Nehmen Sie sich Zeit, Ihr SELBST, Ihr Leben, Ihr Secret zu nähren, zu ‚bauen‘, zu entwickeln und in Ihrem Tempo zu reifen.


Blogparade: Fortschritt in Beziehungen im unternehmerischen Alltag

„Nur von Verwandelten können Wandlungen ausgehen!“ – Kierkegaard 

Zum zweiten mal wurde ich von der Manufaktur Wachstum zu einer Blogparade eingeladen. Danke schön. Dieses Mal geht es um das Thema: Fortschritt in Beziehung im unternehmerischen Alltag, ein Thema, das mich berührt und beschäftigt, habe ich doch täglich im Coaching mit Menschen zu tun, die nicht am Ende sind, weil sie fachlich überfordert wären/waren, sondern weil ein un-menschlicher Zeitdruck, Leistungsdruck, Perfektionsdruck, Funktionier- und Konkurrenzdruck herrscht.

Insofern sei angemerkt: Es ist die Summe der „Drucke“, die die Menschen krank macht. Und man könnte und sollte an vielen Hebeln ansetzen. Hier soll es aber um den Fortschritt auf der Beziehungsebene im unternehmerischen Alltag gehen.

Meine Losung und Lösung, die ich nicht müde werde zu wiederholen, lautet:

differenzieren – konkretisieren – kommunizieren.

  1. Wer definiert, was Fortschritt ist, sprich, wer hat die Deutungshoheit inne?
  2. Wie lautet der Ist-Zustand? Sie/wir brauchen einen Status Quo. Ohne den dürfte es schwierig werden, den Grad des Fortschritts überhaupt zu erkennen/zu messen.
  3. Woran erkenne ich/wir/Sie denn den Fortschritt bzw. den Stillstand?

Am besten ich berichte mal aus meinem Coaching-Alltag. Die Bandbreite meiner CoachingkundInnen reicht weit: Geschäftsführer ebenso wie Angestellte, die Oberärztin ebenso wie die Krankenschwester, Dienstleister, Menschen aus sogenannten helfenden Berufen en masse und zunehmend Männer 30+, die die ersten Berufsjahre hinter sich haben und sich verwundert und verwundet Augen und Seele reiben, ob sie weiterhin in „so einem Betrieb“ Karriere machen wollen. Und mit „so einem Betrieb“ meinen viele: in so einem auf Leistung und Profit ausgerichteten Betrieb.

Womit wir beim ersten Differenzieren wären: Jede/r von Ihnen leidet auf seine/ihre individuelle Art unter „Beziehungsstörungen“, die sie gerne behoben hätten. Es gibt aber eben nicht DIE Beziehung, und DEN Fortschritt in Beziehungen, sprich, eine allgemeingültige Aussage darüber. Spätestens seit Schultz von Thuns Miteinander reden wissen wir, dass wir alle mit unseren inneren TEAMS und Bewertungslandkarten unterwegs sind, und die Schwierigkeit und Kunst darin besteht, die Vielklänge in uns und untereinander zu stimmen und abzustimmen. Wie das Beziehung gefähren kann, lässt sich gerade in er Politik ablesen: Was der Chef beim Feedback – oder Satiriker im TV – noch für Humor hält, bewertet das Gegenüber als Provokation, Bloßstellung, Abwertung – und schon liegt die Beziehung in Schutt und Asche. Und nun? WER definiert, WAS eine Beziehung auszuhalten hat und klärt, auf welchen WERTEN sie überhaupt beruht? Wird wohl ohne Kommunikation nicht zu klären und zu überbrücken sein. Zurück zum beruflichen Alltag.

Was meinen wir in der Regel mit Fortschritt in Beziehungen im Berufsleben?

Um vom individuellen Ansatz mal wegzukommen, greife ich auf Kundenanworten zurück. Wenn ich die frage, was genau müsste sich denn in ihrer oder der Arbeitswelt verändern, damit sie eine bessere wird, dann antworten fast alle spontan dasselbe: Menschlicher! Es soll und sollte menschlicher zugehen.

Hier wie dort lautet meine Nach-Frage: Woran erkennen Sie denn einen menschlicheren Umgang? Da werden die Antworten schon konkreter: Respekt, Wertschätzung, Augenhöhe, weniger Konkurrenzdruck, kein Großraumbüro, sondern Rückzugsmöglichkeiten; mal Gnade vor Recht ergehen lassen; seine Gefühle zeigen dürfen, seine Kritik ungestraft sagen dürfen, weniger Zeitdruck,  weniger Apparatemedizin, dafür mehr Zeit für emotionale Zuwendung zum Patienten/Klienten.

Sind Führungskräfte Schuld am – unmenschlichen –  Beziehungszustand?

Häufig hat es den Anschein, dass es an den ‚bösen‘ Führungskräften liegt, die nur darauf achten, dass die Bilanz stimmt und eine gute Beziehungskultur nicht existiert. Das mag in großen Firmen so sein. In den mittelständigen Unternehmen hier in der Region treffe ich eher auf Führungskräfte, die dringendst der Nachhilfe bedürften, was Selbstbild, Selbstkenntnis, Werteklarheit  und damit Rollenklarheit angeht – wobei eins das andere bedingt. Bei denjenigen, die den Weg zu mir finden, sieht die Lage unisono anders aus: Die WOLLEN menschlich führen, die SIND menschlich, die setzen sich enorm ein, setzen SICH ungemein unter Druck, eben weil sie diesem ihrem inneren Anspruch gerecht werden wollen. Warum auch das ein Problem sein kann?

Ein Beispiel aus der Praxis: Der GF einer mittelgroßen Firma kam ins Coaching, weil er – ich muss es hier mal sagen: trotz zig Business-Coachings – kurz vorm Burnout stand. Warum? Ich kürze mal ab, auf das, was unser Thema hier angeht: Weil er in der IMMER-Falle festhing: Er wollte IMMER ein guter, fürsorglicher, fördernder, fordernder Chef sein; die MA könnten JEDERZEIT zu ihm kommen, seine Tür stünde IMMER auf; er hätte IMMER ein offenes Ohr für die – privaten! wie beruflichen – Nöte etc.

Hier meint Fortschritt in Beziehung Fortschritt in der SELBST-Beziehung. Es war nötig, die eigenen Bedürfnisse in Beziehung und Balance zu den Führungsbedürfnissen zu bringen. Hier brachte die Selbstklarheit des Chefs – seine veränderte Rollendefinition; sich souveräner und klarer abgrenzen; zwischen Sach- UND Beziehungsebene wechseln zu können, feste ‚Öffnungszeiten‘ etc. – einen Fortschritt an Beziehungsqualität im Unternehmen, den er und seine Mitarbeiter sich vorher nicht hätte ausmalen können. Das kommt meinem Individual-Ansatz entgegen, aber…

Mehr Menschlichkeit am Arbeitsplatz oder Wie aber wandelt man ganze Systeme, wenn es um Beziehungsfortschritt geht?

Ich diskutiere häufig konstruktiv wie kontrovers mit Soziologen – alles Luhmann-Anhänger, die ihn teils noch live an der Uni Bielefeld erlebt haben. Das sind ja alles Hypersystemiker vor dem Herrn. Ich halte mit meinem individual-(psycho)-logischen wie pragmatischen Coaching- wie philosophischen Ganzheitsansatz dagegen. Fang mal erst schön bei Dir selbst an, DICH besser kennen zu lernen – und dann wird das System schon davon profitieren!  Siehe das o.g. Beispiel. Und predige weiterhin meine Überzeugung: dass ein Sowohl-als-auch die beste aller Wahlen ist und jede einseitige Sichtweise letztlich Extremisten produziert. Wenn System, dann würde ich mir dringlichst wünschen, dass es in Schulen ein Fach „Lebens- und Selbstführung“ gibt. Ich stelle gerne mein Konzept zur Verfügung!

Mehr Menschlichkeit im Arbeitsleben: Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wäre das….

Vielleicht haben Sie ja Lust, den Satz für sich oder Ihr Team zu ergänzen. Um das Ganze etwas konkreter zu machen, möchte ich Ihnen gerne einen Denkimpuls mit auf den Weg geben:

  • Wenn Sie den Beziehungszustand in Ihrer Abteilung/Firma/Partnerschaft einschätzen müssten auf einer Skala von 0 bis 10 – wobei 10 die beste aller möglichen Beziehungsqualitäten darstellt – WO stehen Sie gefühlt da jetzt?
  • Gesetzt den Fall, er läge bei Punkt 5. Was müsste passieren, damit Sie EINEN Punkt höher kämen? Und: Woran würden Sie/Ihre Mitarbeiter/Ihre PartnerIn das erkennen?

„Nur von Verwandelten können Wandlungen ausgehen!“, meinte Kierkegaard. Dem stimme ich zu. Schön, dass sich bei der Blogparade hier so viel versammelt haben, die Lust haben und Wissen teilen, um an einer anderen, menschlicheren Arbeitswelt mitzuwirken. Das lässt mich hoffen, dass es schon mehr Verwandelte gibt, als ich zuweilen glaube.

Herzlich dankt und grüßt

Maria Ast

———

Wer Interesse hat: Hier noch drei aktuelle Buchtipps, die gut zum Thema passen:

Die gekränkte Gesellschaft – Das Leiden an Entwertung und das Glück durch Anerkennung, Barbara Strohschein, Tiemann Verlag – leicht zu lesen, leicht zu verstehen,  auch aufgrund vieler Beispiele.

Resonanz – Eine Soziologie der Weltbeziehung, Hartmut Rosa, Suhrkamp – Schon heftiger zu lesen, ich arbeite mich grad durch.

Der neue Chef, Niklas Luhmann – Das schmale Bändchen erlebt grad eine Auferstehung. Allemal lesenswert – und selbst ich habe Herrn Luhmann auf Anhieb verstanden.


Ein anderer Osterbrief: Die Sehnsucht nach Zugehörigkeit

Ganz plötzlich überfiel mich gestern das Gefühl tiefer Einsamkeit. Draußen alles trist, trüb, Totenstille. Absolut nichts rührte sich an Karfreitag; kein Mensch, kein Auto, nicht mal der Wind.

Die Freundinnen: Alle irgendwie verreist. Und, ehrlich, wer will schon den wohlverdienten Urlaub stören mit: Ach, ich fühle mich heute so grausam einsam. Ich erreichte eine alte Freundin. Die war ziemlich gut drauf: Doch, ja, alles prima, Beruf, Familie: alles im Griff. Ich stockte: Sollte, wollte ich ihr bekennen: Eigentlich gibt’s auch bei mir keinen Grund zu klagen, aber heute fühle ich mich so entsetzlich einsam? Schließlich beging ich DEN Kapitalfehler schlechthin: Ich schickte einer längst verflossenen Liebe eine SMS. Die blieb – versteht sich – ohne Resonanz.

Heute Morgen bei Sonnenschein sah es: das Leben, die neuen und selbst alten Lieben, die Zukunft, die Vergangenheit entschieden weniger düster aus. Das Einsamkeitsgefühl war von Orkanstärke 7 auf eine leichte, leise, melancholische Brise abgeflaut.

Kein Gott nirgends oder Meine Sehnsucht nach Zugehörigkeit

Einsamkeitsgefühle dieser tiefen Art überfallen mich besonders zu den christlichen Feiertagen: Weihnachten, Ostern, Pfingsten. Wehmütig blicke ich  zurück auf Zeiten, als ich noch an den lieben Gott glaubte, die Struktur des Kirchenjahres auch meinem/unserem Leben einen beruhigend-wiederkehrenden, verlässlichen Rhythmus gaben; ja, und wie einfach war es doch damals, ziemlich mühelos Menschen gleichen Sinnes zu treffen: z.B. sonntags in der Kirche. Seitdem ich den Lieben-Gottes-Glauben verloren habe – Fluch und Segen der Beschäftigung mit der Philosophie – komme ich mir verlorener vor als früher. Keine Kirche mehr, der ich mich zugehörig fühle. Kein Gott mehr, dem ich klagen, flehen, fluchen oder danken, und mit dem ich immer reden kann.

Wozu gehöre ich ? Wem fühle ich mich zugehörig?

Zugehörigkeit ist ein hoher Wert. Wir sind soziale Menschen. Ohne Zugehörigkeit fühle nicht nur ich mich einsam, wage ich zu behaupten. Ich möchte mich zugehörig fühlen. Nicht in einem platten, oberflächlichen Sinne, sondern einem spirituellen, ideellen, tragfähigen Sinne. Das kann ein Ort, eine Idee, eine Vision, von mir aus auch ein Glaube sein.

Ich fühle mich aber Bielefeld nicht zugehörig; ich bin Zugereiste; ich fühle mich dem, was viele unter Coaches/Coaching verstehen, nicht zugehörig; ich fühle mich den Rentnern – noch nicht – zugehörig; ich fühle mich den Familienmüttern nicht mehr zugehörig. Zugehörig fühlte ich mich, trotz Einsamkeitsgefühlen, der Großstadt London. Das lässt sich schlicht zusammenfassen in den Worten: I am/I was a Londoner! Zugehörig gefühlt habe ich mich lange Zeit zur Gemeinschaft der Christen. Zugehörig fühle ich mich  u.a. allen (selbst)kritischen, suchenden, hinterfragenden Menschen; zugehörig fühle ich mich dem Werden und Vergehen der Natur.

Leicht panisch denke ich: Das kann doch nicht alles sein, wozu du dich zugehörig fühlst? Nein, sicher nicht, aber jetzt gehe ich erst mal raus in den noch vorhandenen Sonnenschein. Ich werde Ostern meine Familienmitglieder fragen, ob und wem sie sich zugehörig fühlen. Vielleicht kann ich von anderen lernen, was sie vor diesem tiefen Gefühl des Sich-Einsam-fühlens bewahrt. Ich meine einsam, nicht allein.

Wozu gehören Sie im tieferen und engeren Sinne? Wem fühlen Sie sich zugehörig? 


ESMI oder Warum Neujahrsvorsätze selten funktionieren

Sie haben doch irgendwie ein paar gute Vorsätze fürs neue Jahr? Oder gehören Sie zu denjenigen, die sich einen Scheißdreck darum scheren, weil das bei Ihnen – und gefühlten 99% der Bevölkerung – eh nicht funktioniert hat?

EIGENTLICH  bin ich in Zeitdruck – ich muss unbedingt noch die letzten Einkäufe fürs Fondue tätigen – ABER ich habe mehr Lust, hier spontan einen Artikel zu Neujahrsvorsätzen bzw. zum Scheitern von Neujahrsvorsätzen zu schreiben. Womit wir schon mitten im Thema wären und Grund eins: LUST ist ein viiiiiiel stärkerer Motivator als jede Pflichterfüllung. Und Lust gewinnt eben am häufigsten. Hier deshalb kurz und knapp die häufigsten Gründe aus Coachingpraxis und reichlichst Selbsterfahrung, warum Vorsätze scheitern, egal, ob es sich ums Abnehmen, Rauchen-Aufhören, Erfolgreich werden, was auch immer geht.

Grund 2: Motivunkenntnis: Viele Menschen haben null klar, WARUM, WOZU sie ihr Ziel erreichen wollen. Wer seine Motive, seine Beweg-Gründe nicht kennt, hat eigentlich null Ahnung, warum er sich so bewegen und anstrengen soll.  Mal nachdenken: Was wäre das Schöne daran, mit dem Rauchen aufgehört zu haben und weniger Kilos auf den Hüften mit sich rumzuschleppen?

Grund 3: Ziel/Wunsch/Vorsatz: 1000x formuliert, 1000x is nix passiert! Und warum nicht? Weil Ihr Unbewusstes ALLES, aber auch ALLES an negativen Erfahrungen und Gefühlen, Bildern hochspült und erinnert, was Sie je mit und zu dieser Zielformulierung erlebt haben. Mit DIESEN Worten werden Sie auch weiterhin garantiert scheitern! Da müsste schon ein neues her.

Grund 4: Ziel zieht oder drückt nicht genug. Abzulesen an der Antwort meiner Kunden, wenn ich sie frage: Auf einer Skala von 0 bis 10: Wie SEHR wollen Sie das Ziel bzw. wie sehr drückt es von hinten? Wenn die Antwort 5 oder 6 lautet, können Sie Ihr Ziel vergessen. Wer in der – lauen und bequemen und sichereren und ruhigen – Mitte sich befindet, der will nicht un-bedingt etwas verändern. Da müssten sich die Bedingungen schon sehr ändern: MEHR ziehen – oder MEHR drücken.

Grund 5: Haltungsunkenntnis: Es wird allein aufs TUN und Ziel fokussiert. Dabei ist es die Haltung = Ihre innere Einstellung ZUM Vorsatz/Ziel entscheidend, WIE Sie sich auf den WEG Richtung Ziel machen. Viele Menschen/Kunden gehen unsagbar ungnädig mit sich um, verlangen ZU viel von sich, sind total ziel- und erfolgsfixiert. Da ist es als erstes dran (im Coaching), sich eine gnädigere Haltung sich selbst gegenüber zuzugestehen. „Auch wenn ich das Ziel nicht erreichen sollte, immerhin mache ich mich auf den Weg.“

Grund 6: Absolutheitsglaube: Ach, ich könnte Abhandlungen, Schmähschriften über Kollegen, Ratgeber, Medien halten, die alle, alle die Ratsuchenden damit verarschen, dass sie sie glauben machen, es gäbe so etwas wie ABSOLUTE Garantien für Erfolgreich-werden, Dauerwohlgefühl, Erfüllung, Gelassenheit, Selbstbewusstheit, Gesundheit etc. etc. Um es mal knallhart zu formulieren: Vergessen Sie endlich die Worte IMMER – ALLE – NIE. Es gibt keine Garantie! Es gibt so viele Faktoren, auf die ich, wir, Sie überhaupt keinen Einfluss haben. Es geht darum, TROTZ dieser Teil-Ohnmacht Ihren Teil an SELBST-MÄCHTIGKEIT wahrzunehmen und zu nutzen wissen.

Grund 7: ZU große Schritte. Wer abnehmen will oder erfolgreich werden will, der stellt sich sein Ziel in den allerschönsten Bildern/Ergebnissen/Zahlen vor. Um die Skalierung noch mal zu bemühen: Er oder sie träumt von Punkt 10 auf einer Skala von 0 bis 10. Häufige Erkenntnis im Coaching: Ich bin ja erst auf Punkt 3! Da bringt es GAR NICHTS sich andauernd Punkt 10 vor Augen zu führen, sondern es macht schlicht mehr Sinn, sich zu fragen: Was ist/sind die nächsten konkreten Schritte, um EINEN oder ZWEI Punkte höher zu kommen?

Der Blick auf die Uhr zeigt: High noon für den Silverstereinkauf! Ich war schon megakurz davor, auch das o.g. wieder zu löschen, weil ich in alten Perfektionsmustern hing, und mich nun doch entschlossen habe, das Unvollkommene, Unperfekte da stehen zu lassen getreu der Devise: „Das Perfekte ist der Feind des Spontanen!“

Einen guten Rutsch ins neue Jahr und, ach, ja, ich möchte noch die Abkürzung ESMI aufklären, heißt: „Einen Scheiß muss ich!“ – und ist der Titel meines Lieblings“ratgebers“  aus dem Jahre 2015. Es ist ein Manifest gegen das schlechte Gewissen – und eine schräge, zuweilen bitterböse, kurzweilige, politisch völlig unkorrekte Lektüre für alle, die sich mit den – inneren wie äußeren – Ansprüchen rumschlagen. Autor: Tommi Jaud, erschienen bei Fischer.

So, nun aber wirklich! Bis zum Wiederlesen im nächsten Jahr!


Was tut wohl die Rose zur Winterszeit? Ein Winter-Weihnachtsgruß

Was die Rose im Winter tut

frozen Francesca Schellhaas photocase.de

Was tut wohl die Rose zur Winterszeit?
Sie träumt einen hellroten Traum.
Wenn der Schnee sie deckt um die Adventszeit,
träumt sie vom Holunderbaum.
Wenn Silberfrost in den Zweigen klirrt,
träumt sie vom Bienengesumm,
vom blauen Falter, und wie er flirrt…
Ein Traum, und der Winter ist um!

Mascha Kaléko

 

Auch wenn wir im Außen keinen Schnee und keinen Silberfrost haben, es gibt ja auch noch ein Innen, das hin und wieder Winterzeiten überstehen muss und von Wärme träumt.

Mit diesem Gedicht wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein friedliches, frohes Weihnachtsfest, eins, das Seele, Herz und Gemüt erwärmt und nährt.

 


Seiten