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ESMI oder Warum Neujahrsvorsätze selten funktionieren

erstellt am: 31. Dezember 2015 / von: Maria Ast / Kategorie(n): Selbstmanagement, Wissenswertes

Sie haben doch irgendwie ein paar gute Vorsätze fürs neue Jahr? Oder gehören Sie zu denjenigen, die sich einen Scheißdreck darum scheren, weil das bei Ihnen – und gefühlten 99% der Bevölkerung – eh nicht funktioniert hat?

EIGENTLICH  bin ich in Zeitdruck – ich muss unbedingt noch die letzten Einkäufe fürs Fondue tätigen – ABER ich habe mehr Lust, hier spontan einen Artikel zu Neujahrsvorsätzen bzw. zum Scheitern von Neujahrsvorsätzen zu schreiben. Womit wir schon mitten im Thema wären und Grund eins: LUST ist ein viiiiiiel stärkerer Motivator als jede Pflichterfüllung. Und Lust gewinnt eben am häufigsten. Hier deshalb kurz und knapp die häufigsten Gründe aus Coachingpraxis und reichlichst Selbsterfahrung, warum Vorsätze scheitern, egal, ob es sich ums Abnehmen, Rauchen-Aufhören, Erfolgreich werden, was auch immer geht.

Grund 2: Motivunkenntnis: Viele Menschen haben null klar, WARUM, WOZU sie ihr Ziel erreichen wollen. Wer seine Motive, seine Beweg-Gründe nicht kennt, hat eigentlich null Ahnung, warum er sich so bewegen und anstrengen soll.  Mal nachdenken: Was wäre das Schöne daran, mit dem Rauchen aufgehört zu haben und weniger Kilos auf den Hüften mit sich rumzuschleppen?

Grund 3: Ziel/Wunsch/Vorsatz: 1000x formuliert, 1000x is nix passiert! Und warum nicht? Weil Ihr Unbewusstes ALLES, aber auch ALLES an negativen Erfahrungen und Gefühlen, Bildern hochspült und erinnert, was Sie je mit und zu dieser Zielformulierung erlebt haben. Mit DIESEN Worten werden Sie auch weiterhin garantiert scheitern! Da müsste schon ein neues her.

Grund 4: Ziel zieht oder drückt nicht genug. Abzulesen an der Antwort meiner Kunden, wenn ich sie frage: Auf einer Skala von 0 bis 10: Wie SEHR wollen Sie das Ziel bzw. wie sehr drückt es von hinten? Wenn die Antwort 5 oder 6 lautet, können Sie Ihr Ziel vergessen. Wer in der – lauen und bequemen und sichereren und ruhigen – Mitte sich befindet, der will nicht un-bedingt etwas verändern. Da müssten sich die Bedingungen schon sehr ändern: MEHR ziehen – oder MEHR drücken.

Grund 5: Haltungsunkenntnis: Es wird allein aufs TUN und Ziel fokussiert. Dabei ist es die Haltung = Ihre innere Einstellung ZUM Vorsatz/Ziel entscheidend, WIE Sie sich auf den WEG Richtung Ziel machen. Viele Menschen/Kunden gehen unsagbar ungnädig mit sich um, verlangen ZU viel von sich, sind total ziel- und erfolgsfixiert. Da ist es als erstes dran (im Coaching), sich eine gnädigere Haltung sich selbst gegenüber zuzugestehen. „Auch wenn ich das Ziel nicht erreichen sollte, immerhin mache ich mich auf den Weg.“

Grund 6: Absolutheitsglaube: Ach, ich könnte Abhandlungen, Schmähschriften über Kollegen, Ratgeber, Medien halten, die alle, alle die Ratsuchenden damit verarschen, dass sie sie glauben machen, es gäbe so etwas wie ABSOLUTE Garantien für Erfolgreich-werden, Dauerwohlgefühl, Erfüllung, Gelassenheit, Selbstbewusstheit, Gesundheit etc. etc. Um es mal knallhart zu formulieren: Vergessen Sie endlich die Worte IMMER – ALLE – NIE. Es gibt keine Garantie! Es gibt so viele Faktoren, auf die ich, wir, Sie überhaupt keinen Einfluss haben. Es geht darum, TROTZ dieser Teil-Ohnmacht Ihren Teil an SELBST-MÄCHTIGKEIT wahrzunehmen und zu nutzen wissen.

Grund 7: ZU große Schritte. Wer abnehmen will oder erfolgreich werden will, der stellt sich sein Ziel in den allerschönsten Bildern/Ergebnissen/Zahlen vor. Um die Skalierung noch mal zu bemühen: Er oder sie träumt von Punkt 10 auf einer Skala von 0 bis 10. Häufige Erkenntnis im Coaching: Ich bin ja erst auf Punkt 3! Da bringt es GAR NICHTS sich andauernd Punkt 10 vor Augen zu führen, sondern es macht schlicht mehr Sinn, sich zu fragen: Was ist/sind die nächsten konkreten Schritte, um EINEN oder ZWEI Punkte höher zu kommen?

Der Blick auf die Uhr zeigt: High noon für den Silverstereinkauf! Ich war schon megakurz davor, auch das o.g. wieder zu löschen, weil ich in alten Perfektionsmustern hing, und mich nun doch entschlossen habe, das Unvollkommene, Unperfekte da stehen zu lassen getreu der Devise: „Das Perfekte ist der Feind des Spontanen!“

Einen guten Rutsch ins neue Jahr und, ach, ja, ich möchte noch die Abkürzung ESMI aufklären, heißt: „Einen Scheiß muss ich!“ – und ist der Titel meines Lieblings“ratgebers“  aus dem Jahre 2015. Es ist ein Manifest gegen das schlechte Gewissen – und eine schräge, zuweilen bitterböse, kurzweilige, politisch völlig unkorrekte Lektüre für alle, die sich mit den – inneren wie äußeren – Ansprüchen rumschlagen. Autor: Tommi Jaud, erschienen bei Fischer.

So, nun aber wirklich! Bis zum Wiederlesen im nächsten Jahr!




3 Kommentare zum Beitrag

  1. Ein sehr interessanter Artikel, mit vielen hilfreichen Anregungen. Die guten Vorsätze zu Neujahr, haben es ja oft in sich… vor allem die Umsetzung. Ich schätze Sie als (Blogger-) Kollegin und möchte Sie herzlich zu meiner Blogparade „Lebst du schon, oder träumst du noch?“ einladen. Aus Ihrer eigenen Arbeit und Erfahrungen heraus, können Sie bestimmt mit einem wertvollen Artikel zur Blogparade beisteuern. Ich freue mich von Ihnen zu lesen!
    Alles Liebe und Gute, Claudia Bäumer
    Infos und Details zur Blogparade: https://lebensduft.net/2016/04/15/lebst-du-schon-oder-traeumst-du-noch-einladung-zur-blogparade/

    • Maria Ast Maria Ast sagt:

      @Claudia Bäumer – Danke schön für die Einladung zu Ihrer Blog-Parade: „Lebst du schon, oder träumst du noch?“. Ich habe mir Ihre Website und, wie soll ich sagen: ganze Gesinnung angeguckt und, jaaa, ich mache gerne mit! 🙂
      Einen sonnigen Start in die Woche wünscht
      Maria Ast

      • Liebe Frau Ast, es freut mich sehr, dass Sie als Fachfrau an der Blogparade teilnehmen. Es sind bereits schöne Artikel mit vielen unterschiedlichen Sichtweisen eingegangen. Und so freue ich mich auf Ihren Artikel zur Blogparade.
        Herzliche und kreative Grüße, Claudia Bäumer

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