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Alles grad schwierig? Ein Vorschlag zur Entlastung

erstellt am: 5. März 2012 / von: Maria Ast / Kategorie(n): Allgemein

Haben Sie auch grad Halb-Schwieriges zu bewältigen?

Liegt Ihnen etwas im Magen? Ärgert Sie etwas: Ihr Chef, Ihre Kunden, die Bahn, Ihre Kinder oder die Pfunde, die sich nach dem langen Winter auf Ihren Hüften niedergelassen haben, als wollten sie dort ihr Dauerlager aufschlagen?

Dann haben wir etwas gemeinsam: Ich steckte vorgestern nämlich auch in Schwierigkeiten. Nicht den wirklich großen, aber solchen, die einen in Gedanken doch nicht loslassen. Beide Schwierigkeiten – Ihre – meine – haben das gleiche Grundthema, haben etwas miteinander zu tun. So kam ich auf die glorreiche Idee:

Warum uns nicht gegenseitig das Leben leichter  machen?

Klassische Win-win-Lösung also.  Sie helfen mir aus meiner Bedrouille und ich im Gegenzug Ihnen mit einem für Sie hoffentlich entlastenden Impuls?
Der Reihe nach: Seit 2 Jahren arbeite ich ehrenamtlich als Lesementorin. http://www.mentor-bielefeld.de/ Ich lese 1x die Woche 45 Minuten mit einem türkischstämmigen Mädchen(nunmehr in Klasse 3). Sie spricht gut Deutsch, liest mittlerweile ganz passabel, versteht aber inhaltlich nicht immer alle Worte oder manche sind einfach neu für sie. Letzte Stunden- wir lasen: Oh wie schön is Panama – fragte sie  plötzlich: „Was ist Humor, Frau Ast?“ Äh ja… stotter… stotter… also, Humor ist, wenn man lacht, obwohl es eigentlich nicht wirklich witzig ist… Immer noch großes Fragezeichen in ihren Augen!  Hm, ja, also…  und ich versuchte mich in weiteren Erklärungen. Ich:“ Hast du jetzt verstanden, was Humor ist?“ Kopfschütteln: Nein!

Hilfe!! Wie erklärt man jemanden, der 10 Jahre alt ist, was Humor meint oder ist?

Hier nun meine herzliche Bitte an Sie: Helfen sie mir/uns, schreiben Sie mir und eigentlich uns Ihre Erklärungsvorschläge. Ich werde sie alle weiter leiten – und Ihnen berichten, welcher Vorschlag den Durchbruch gebracht hat! (Nicht dass ich nicht nochmal in Erklärungsnot war: Beschreiben Sie mal einer 10-Jährigen, was: „jemanden klein machen“ meint).

Hier nun mein versprochener Impuls für Sie:

Wenn wir feststecken, irgendwelche Schwierigkeiten uns das Leben schwer machen, ist es Einfällen, was und sas Leben oder die Situation leichter machen könnte,  zuweilen nicht weit her. Wenn man Glück hat, dann  bedarf es nur eines kleinen Erinnerns: durch ein Buch, einen Freund, durch diesen Artikel, der uns erinnert, dass wir selbst über Ressourcen verfügen, die Entlastung bringen.

Hiermit möchte ich dem Glück ein wenig auf die Sprünge helfen – und mich selbst, da auch ich ihn zuweilen aus den Augen verliere – exakt an das erinnern, wofür mir noch eine gute Kindererklärung fehlt: den Humor.

Versuchen Sie, Ihre humorvolle Seite – Saite! – in sich wieder zum Klingen zu bringen.

Versuchen Sie es wenigstens. Muss nicht perfekt sein.  Viel zu häufig gehen wir viel zu streng mit uns selbst um! Humor ist Lebenskunst pur! Meint  er doch, zu sich selbst und seinem momentanen Zustand auf Distanz gehen zu können, ihn in einen weiteren Horizont zu stellen. Und, Humor versöhnt: auf leise, unaufdringliche Weise mit den Dingen, die wir, vielleicht auch nur für ein paar Momente oder Minuten oder Monate nicht ändern können.  Und versöhnt uns mit uns.

Humor gehört zu den Basics der Lebenskunst. Eine Könnerstufe höher ist eine kleine, feine, melancholische Ironie anzusieden.  Da betrachtet mensch sich nicht nur aus der humorvollen Distanz, sondern geht auch noch auf Distanz zu dieser Distanz: eine philosophische Übung. Und der wird nachgesagt, dass sie das Zeug ha, Menschen heiterer und gelassener stimmen zu können.

Ich liebe den Aphorismus des Schweizer Dichters und Schriftstellers Heinrich Wiesner

„Humor hat seine Wurzeln im Schmerz. Schwarzer Humor gründet noch tiefer!“

Verlieren Sie Ihren nicht! Üben Sie sich ihn dieser Kunst, für die Sie niemanden brauchen. Außer eins: sich selbst!


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6 Kommentare zum Beitrag

  1. Ute sagt:

    hallo, liebe maria,

    humor für 10 – jährige:
    wenn du über dich selber von herzen lachen kannst, wenn du aus versehen etwas „falsch“ gemacht hat.
    situationkomik – wenn du irgendwas siehst, was dich zum lachen bringt ( nicht mit schadenfreude zu verwechseln .. also wenn man sich freut, wenn jemand anderer einen schaden davon trägt ).
    wortwitz – wenn man sich verspricht und ein ganz anderer satz dabei raus kommt als man gewollt hat.

    humor ist lebensfreude pur 🙂
    aus dem bauch heraus freuen und spüren, wie gut das tut.

    jemanden klein machen für 10 – jährige:
    wenn man einen anderen menschen bevormundet und ihn glauben macht, man selbst sei klüger, hübscher, sportlicher ect. als andere und den jenigen womöglich deshalb noch auslacht.

    lügen um selber einen vorteil zu haben und nicht den mut haben, seinen fehler zuzugeben.

    LG ute, die schon ewig keinem 10-jährigen menschlein etwas erklären durft .. schade eigentlich 🙂

  2. Anne sagt:

    Oh je, ich glaube, da wäre ich auch ins Stottern gekommen… Humor kommt von Herzen und löst ein herzliches Lachen aus. Ist aber vermutlich noch keine ausreichende Erklärung für ein 10jähriges Mädchen. Vielleicht kann man ja mit ihr gemeinsam durch die Beschreibung von humorvollen Situationen ergründen, was dieses Wort bedeutet und sie kann auf diese Weise einen gefühlsmäßigen Bezug herstellen. Das Wort wird sie dann bestimmt nicht mehr vergessen .-)

  3. Maria Ast Maria Ast sagt:

    @Ute
    Danke für Deine Vorschläge. Ich werde sie alle mitnehmen.
    Und, ja, es macht Spaß, ist eine schöne Herausforderung, einer 10-jährigen etwas erklären zu müssen. Wir suchen immer mal wieder Lesepaten/Lesepatinnen ;-). Ziel ist nicht nur Leseförderung, sondern, BEIDE sollen Freude aneinander und aufeinander haben. Und für mich, als Selbständige, da wollte ich unbedingt etwas, was den Kopf (und das Herz) mal in eine gänzlich andere Richtung lenkt als Coaching und alles, was mit so einer Selbständigkeit zusammen hängt.

    Es ist zudem ein Fixpunkt in der Woche, der muss, will eingehalten werden. Das gibt auch solchen Menschen Struktur, die sich selbst die Struktur geben wollen oder müssen.
    Danke für Deine anregenden Ideen.

  4. Maria Ast Maria Ast sagt:

    @ Anne
    Die Idee mit dem direkten Nachfühlen lassen anhand gemeinsamer Überlegungen werde ich direkt mal ausprobieren – im Coaching tue ich sowas ständig. Kann man/frau mal sehen: andere Situation und schon fallen einem die naheliegendsten ‚Interventionen‘ nicht ein.
    Also, lieben Dank. Ich werde berichten! Werde ICH dann sicher auch nicht vergessen.

  5. Ich würd ihr vielleicht sagen:
    Humor ist, wenn man sieht, dass auch ganz alltägliche, scheinbar langweilige Dinge witzig sein können, wenn man sie einfach mal ein bisschen anders anschaut als sonst. Ich höre zum Beispiel einen Wasserhahn tropfen, und gleichzeitig läuft ein Radio. Plötzlich fällt mir auf, dass die Tropfen genau im Rhythmus der Musik fallen. Das ist witzig, weil es so aussieht, als würde die Musik die Tropfen lenken. Wenn einem sowas auffällt und man über sowas lachen kann, hat man Humor.

    Hihi, ich schrieb das und guckte aus dem Fenster. Da gab es prompt schon wieder was zu lachen: Durch einen Baum hindurch sehe ich ein etwa 10jähriges Mädchen im lila Anorak, das immer wieder einen Schritt rückwärts vom Bordstein auf die Straße geht und dann wieder vor auf den Bürgersteig. Das sieht witzig aus, so von weitem. Auch die Ursache ist witzig, die jetzt erst hervorkommt: ein kleiner Junge neben ihr, der noch nicht gut laufen kann und beim Gehen immer hin- und herwatschelt. Das Mädchen spiegelt diese Bewegung.

    Liebe Grüße von Jens

  6. Maria Ast Maria Ast sagt:

    @Jens
    Schöne Beispiele, die Du da aufzeigst, geht es doch beim Humor und bei der gesamten Lebenskunst darum, etwas aus einem anderen Blickwinkel als dem gewöhnlichen oder ‚automatischen’zu sehen, wahrzunehmen oder ggf. neu zu bewerten. Auch wenn ich zuweilen Dinge nicht ändern kann, meine Einstellung dazu kann ich ändern. Manchmal braucht es dann, wie in Deinem Beispiel mit dem Wassertropfen nur einer winzigen Wahrnehmungsverschiebung und die Dinge erscheinen in einem neuen Licht. Und ich meine wirklich LICHT, statt Dunkel.

    @ alle
    Natürlich habe ich meinem Lesemädchen alle Vorschläge von Ute und Anne vorgelesen.Bestens gewirkt hat auch das Nachfühlen-lassen. Ich habe sie gebeten, sich an eine witzige Situation zu erinnern. Ja! Die gäbe es. Jemand hatte in der Familie beim Erzählen statt „pilot“, was Pilot oder Fahrer im Deutschen meint, das Wort „kilot“ benutzt: = Schlüpfer oder Unterhose. Da hätten alle sehr lachen müssen.

    Gleichzeitig habe ich an dem Beispiel nochmal erklärt, was ‚klein machen‘ meint. Wenn man/sie hämisch über ihn gelacht hätten. DAS sei eben kein Humor (mehr).

    Danke an Euch für wortkräftige Unterstützung!!

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